
Referate
und Studienfahrtmaterialien
Max Nartov
Strukturwandel in Ungarn
Wende der Wirtschaft
Wende in der Wirtschaftspolitik, Reform des
Wirtschaftsmechanismus, Strukturwandel, Schaffung neuer Eigentumsformen
und Eigentumsverhältnisse – das sind die Schlagworte mit denen die Ziele
der ungarischen Wirtschaft charakterisiert werden können. Der Übergang von
der zentralen Planwirtschaft zu der Marktwirtschaft hat in Ungarn eine 20
jährige Vergangenheit: Während der 1968 eingeführte Wirtschaftsmechanismus
darauf abzielte, Planziffern und Marktansprüche in Einklang zu bringen,
steht heute eine radikale Reform mit dem Ziel auf der Tagesordnung, eine
Marktwirtschaft mitsamt ihren Gesetzen und Institutionen aufzubauen.
Seit der Verabschiedung des Gesetzes über
wirtschaftliche Vereinigung besteht die Möglichkeit, GmbHs und auch
Vereinigungen anderen Typs zu gründen. Auf der im Entstehen begriffenen
Börse handeln 25 Banken und Geldinstitute mit Obligationen, Aktien,
Schatzscheinen. Das frühere Zentralamt für Material- und Preiswirtschaft –
es galt als eines der grundlegenden Gebilde der Wirtschaftsordnung
Stalinsche Prägung, als eine Werkstatt der Preisgestaltung und Koordinator
für landesweite Materialwirtschaft und -verteilung schrumpfte zunächst zu
einem Preisamt zusammen. Mit der Umorganisierung zu einem Kartellamt wurde
begonnen. Der Behörde steht nun die neue Aufgabe zu, den
Wirtschaftswettbewerb zu überwachen, zu regeln, Verflechtungen, Fusionen
zu verhindern oder zu kontrollieren.
Daneben wurde die Reprivatisierung teils durch die
Umbildung staatlicher Großunternehmen zu Aktiengesellschaften, teil aber
durch die Übergabe von staatlichen Gasthäusern in Privathände eingeleitet.
Die Regierung ist der Ansicht, dass der Freiraum und die Möglichkeiten für
Wirtschaftstätigkeit nur durch eine strenge, restriktive Weltpolitik der
Ungarischen Nationalbank und durch die Geld- und Kreditknappheit begrenzt
sein dürften. Diese Einschränkung ist zur Wahrung des wirtschaftlichen
Gleichgewichts und wegen der hohen Auslandsschulden des Landes notwendig.
Strukturwandel der
Wirtschaft
Infolge des sklavischen Kopierens der
Entwicklungsziele und -mittel der Stalinschen Wirtschaftsstruktur begann
Ungarn nach dem zweiten Weltkrieg mit dem Aufbau einer autarken, in sich
gekehrten Wirtschaft. Wichtigster Lieferant der nötigen Rohstoffe war die
Sowjetunion, die Außenhandelsbeziehungen wurden in entscheidendem Masse im
Rahmen des Rates für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) ausgebaut. Bei
der Einführung des neuen Wirtschaftsmechanismus im Jahre 1968 wurde
bereits auch die Notwendigkeit einer Wende in der Außenwirtschaft
aufgeworfen: Ungarn muss sich in die internationale Arbeitsteilung
integrieren.
Nach der Ölkrise und später durch die Rezession in
der Weltwirtschaft wurde die These über die Existenz zweier Weltmärkte –
die eines sozialistischen und eines kapitalistischen – spektakulär
widerlegt. Durch die Weltwirtschaftskrise war die nach Öffnung in der
Außenwirtschaft strebende ungarische Nationalwirtschaft geradezu
schockiert. Die überdimensionierte Schwer- und Chemieindustrie, die teuer
produzierende Landwirtschaft der an die weniger strengen Anforderungen des
EGW-Marktes gewohnte Maschinenbau waren gleichermaßen erschüttert. Die
Ungarische Sozialistische Arbeiterpartei (USAP) fasste 1978 einen
Beschluss über die Anpassung an die Weltwirtschaft, über die Verbesserung
der Konkurrenzfähigkeit. An die Stelle der Abkapselungspolitik trat die
Exportorientierung.
Vier Branchen stecken am tiefsten in der Krise: der
Kohlebergbau die Stahlindustrie der Hochbau und die Fleischindustrie. Die
Regierung ließ mehrere der mit Verlusten arbeitenden Kohlengruben
schließen. Ein misslungenes Programm, in dessen Rahmen Braunkohle
mittelmäßiger Qualität im Untertagebau gefördert werden sollte, wurde
modifiziert- mit der Folge von Verlusten in Milliardenhöhe. Nicht mehr
konkurrenzfähige Betriebe – veraltete Siemens-Martin-Öfen, überholte
Hochöfen und Drahtwerken – wurden in der Stahlindustrie geschlossen. Die
auf dem ausländischen Markt gescheiterten Baubetriebe wurden aufgelöst,
die mit Verlusten arbeitenden Betriebe des Baugewerbes im Inland saniert.
Die Regierung ist bestrebt, deren Erneuerung zu erzwingen. In der
Sanierung der Fleischindustriebetriebe wirkt auch die Weltbank mit.
Den neuen Wirtschaftsbedingungen passen sich die
kleinen und mittelständischen Betriebe am schnellsten an. Kleinbetriebe
des Gerätebaus, der Computertechnik oder der Dienstleistungsbranche – im
allgemeinen Genossenschaften – fanden sehr schnell ausländische
Auftraggeber, Kooperationspartner oder Aktionäre .Bei der Sanierung der
staatlichen Industrie will sich die Regierung ebenfalls teilweise auf
ausländisches Kapital stützen. Einige Industriebetriebe werden Ausländern
zu Kauf angeboten, was mit Steuern und finanziellen Vergünstigungen
gefördert wird.
Die Umstrukturierung der Wirtschaft, die
unvermeidlich mit der Abschaffung von Arbeitsplätzen einhergeht, stößt
stellenweise auf Widerstand: Sie löst teils Proteste seitens der
Gewerkschaften aus. Teils ist die frühere Wirtschaftselite bemüht, die
Entscheidungen zu sabotieren. Das gigantische Programm zu Anpassung an die
Weltwirtschaft erfordert neue Führungskader und Manager, der
Generationswechsel spielt sich in der Regierung und bei den staatlichen
Unternehmen gleichzeitig ab.
Ziel der ungarischen Außenpolitik ist die europäische
Integration. Ungarn schloss als erstes sozialistisches Land eine
Vereinbarung mit der Europäischen Gemeinschaft über Handel und
Zusammenarbeit. auch wurde das Steuer-, Preis- und Finanzsystem
reformiert: In Ungarn gibt es heute ein dem westeuropäischen ähnliches
Steuer- und Finanzsystem. Ein ausgedehntes Handelsbanknetz fördert den
Strukturwandel und die Gründung neuer und gemischter Unternehmen.
Neuer Wirtschaftszweig –
Tourismus
Der Tourismus-Boom in Ungarn hält an. In den ersten
neun Monaten des laufenden Jahres sind in den kommerziellen
Beherbergungsstätten 4,7 Millionen Besucher gezählt worden, berichtete das
Központi Statiszkai Hivalal (Zentralamt für Statistik). Die Einnahmen aus
dem Fremdenverkehr erhöhten sich um 14 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro.
Spitzenreiter in der Gunst der Besucher nannten die Statistiker die
Hauptstadt Budapest.
Die Zahl der Gäste-Übernachtungen in den
kommerziellen Beherbergungsstätten stieg gegenüber dem gleichen Zeitraum
des Vorjahres um 4 Prozent. Insgesamt wurden in Ungarn von Januar bis
einschließlich September 14,9 Millionen Gäste Übernachtungen gezählt, in
Budapest 3,1 Millionen (plus 12 Prozent). Die Auslastung der Hotelzimmer
lag bei 49 Prozent (plus 2 Prozent), in der Hauptstadt bei 60 Prozent und
in den Kurhotels bei 72 Prozent.
Die Zahl der Übernachtungen der 2,4 Millionen
ausländischen Gäste (plus 6 Prozent) stieg dabei in den kommerziellen
Beherbergungsstätten um 4 Prozent auf 8,7 Millionen. In den ersten neun
Monaten des laufenden Jahres besuchten insgesamt 23,8 Millionen Ausländer
das Donauland. Das ist ein Zuwachs von 6 Prozent gegenüber dem
Vergleichszeitraum des Vorjahres. Aus den Ländern der Europäischen Union
kamen jedoch um 7 Prozent weniger, insgesamt 7,7 Millionen.
Inzwischen wird der Fremdenverkehr als eine der
wichtigsten Branchen angesehen. 10 Prozent des BIP werden in diesem
Beriech erwirtschaftet. Das Wachstum des Fremdenverkehrs ist zweimal so
hoch wie das der Wirtschaft. Der Staat unterstützt ihn kräftig: Er wird
die Touristik-Branche 2001 mit 25 Milliarden, 2001 mit 28 Milliarden
Forint fördern (2000: 8 Milliarden Forint). Der Plattensee (Balaton) gilt
als eine der wichtigsten touristischen Attraktionen des Landes,
dementsprechend wird er mit staatlichen Geldern in Höhe von 992 Millionen
Forint gefördert.
Nach Budapest ein Projekt der ECE
GmbH
Die deutsche ECE GmbH
bzw. ihre ungarische Tochter, die ECE Projektmanagement Budapest Kft.,
baut am Budapester Örs vezer tér ein neues Shoppingcenter – das Arkad.
Baubeginn der Investition war der 15. Mai 2000. Das
Arkad Shoppingcenter soll im Frühjahr 2002 seiner Bestimmung
übergeben werden. Damit jedoch nicht genug, ECE hat bereits das nächste
Projekt in Angriff genommen. Sie baut jetzt in der südungarischen Stadt
Pécs ebenfalls ein zweigeschossiges Einkaufszentrum.
Die Stadt Pécs und die ECE Projektmanagement Kft.
haben noch im Dezember die Verträge zum Kauf der Grundstücke für das
20.000 qm große Einkaufszentrum im Herzen von Pécs unterzeichnet. Das
Shoppingcenter soll 2003 fertig gestellt werden. Laut Plänen werden hier
90 Fachgeschäfte, Supermärkte, zahlreiche Restaurants sowie Cafes
untergebracht sein. Auf dem Dach des Gebäudes wird neben einem Parkplatz
für 850 Pkw ein öffentlicher Park entstehen. Der überwiegende Teil des
Parks geht dann in das Eigentum der Stadt Pécs über.
Da in dem Einkaufszentrum vor allem kleine und
mittelständische Unternehmen aus der Stadt und ihrer Umgebung Geschäfte
eröffnen sollen und hier ca. 600 neue Arbeitsplätze geschaffen werden, ist
das neue Shoppingcenter für den Einzelhandel der Stadt von besonderer
Bedeutung, informierte Dr. Laszlo Moskovitz, der Geschäftsführer der ECE
Projektmanagement Kft. Die Verhandlungen mit den zukünftigen Mietern
laufen bereits. Die Investitionskosten belaufen sich in Pécs auf 20 Mrd.
Ft. Die Mietpreise werden dem Umsatz der jeweiligen Geschäfte angepasst
werden. Ziel der neuen Investition ist es, den lokalen und regionalen
Handel zu fördern sowie gemeinsam mit den lokalen Einzelhändlern die
Anziehungskraft von Pécs weiter zu erhöhen.
Das neue Einkaufszentrum wird sich harmonisch in das
Bild der historischen Innenstadt von Pécs einfügen. Die sich mit
Immobilienentwicklung beschäftigende deutsche ECE GmbH hat bisher 60
Einkaufszentren mit einer Nettogrundfläche von insgesamt 1,4 Mio. qm
gebaut. Damit ist ECE auf diesem Gebiet Marktführer in Europa. Bereits
seit 35 Jahren wickelt sie die Planung und Betreibung von Einkaufszentren
ab. Gegenwärtig projektiert die Gruppe den Bau von zehn weiteren ähnlichen
Zentren. Mit dem Namen ECE sind außerdem 28 andere Großprojekte verknüpft,
darunter Büro- und Parkhäuser bzw. gewerblich genutzte Immobilien. Die ECE
Projektmanagement Budapest Kft. wurde bereits 1996 gegründet. Bevor mit
dem Bau am Örs vezer ter begonnen wurde, fand jedoch eine genaue
Untersuchung des Marktes statt. Das Konzept ist einfach und gut: ECE
achtet besonders auf einen guten Mietermix, das habe sich bisher immer
bewährt. Zudem wird in einem außerordentlich modernen Umfeld der Einkauf
auch mit kulinarischen Genüssen verbunden.
Nach: A. Nemes Quelle: Budapester Zeitung
(Januar 2001) 30.01.01 14:07
Immobilien werden in Budapest für Summen eingekauft,
die nicht einmal im Westen gezahlt würden. Im Osten gebe es „keine
gemachten Hochzeitsbetten“, erklärte Herbert Stepic, Auslandschef der
Raiffeisen Zentralbank (RZB), dem österreichischen Standard
Zur Beschränkung des
Immobilienerwerbs durch Ausländer:
„Der Leiter des Verwaltungsamtes der Hauptstadt
Budapest schickte damit ein unheilverkündendes Zeichen, dass er - sich auf
das öffentliche Interesse berufend – die Preissteigerung der Immobilien
durch die Beschränkung des Immobilienerwerbs durch Ausländer verhindern
will.“
Andras Schwitzer in einer HVG-Analyse.
Zur politischen Einflussnahme in
den Medien:
„Wenn in den Medien – und leider nicht nur dort – die
zentrale Kontrolle die erwünschte Lösung ist, wozu war dann der
Systemwechsel gut, in dem der Ministerpräsident so eifrig mitwirkte“
Ferenc Mezö, in einer Nepszava-Analyse.
Wirtschaft
Vor dem 2. Weltkrieg war die Landwirtschaft die
Grundlage der ungarischen Wirtschaft. Die wenigen Industriebetriebe des
Landes wurden während des Krieges fast vollständig zerstört. Nachdem die
Kommunistische Partei 1948 die bestimmende Macht geworden war, verkündete
die ungarische Regierung eine Reihe langfristiger Pläne zur
Wirtschaftsentwicklung. Der Hauptakzent dieser Pläne lag auf der
Industrialisierung des Landes. Die Konsumgüterindustrie und der
Dienstleistungssektor wurden vernachlässigt, und die Regierung setzte ihre
Gelder zum Aufbau der Schwerindustrie ein. Seit den sechziger Jahren wurde
mehr Wert auf die Produktion von Konsumgütern gelegt. Ab 1968 wurden
Entscheidungen im wirtschaftlichen Bereich in gewissem Umfang
dezentralisiert. Nach den ersten freien Wahlen 1990 erfolgte schrittweise
die Umstellung von der Planwirtschaft zu den Prinzipien der freien
Marktwirtschaft. Dadurch öffnete sich das Land stärker dem Tourismus, der
sich schnell zu einem wichtigen Wirtschaftszweig entwickelte.
In Ungarn gibt es rund 4,7 Millionen Erwerbstätige.
Davon arbeiten etwa 1,3 Millionen im Bergbau und in der Industrie und
circa 600 000 in der Landwirtschaft. Die Arbeiter sind in Gewerkschaften
organisiert. Diese haben sich zum Zentralrat der ungarischen
Gewerkschaften zusammengeschlossen, der etwa vier Millionen Mitglieder
hat.
Landwirtschaft
Die Pflaumenernte in Ungarn
Annähernd 57 Prozent der Fläche ist für den Ackerbau
geeignet. Mitte der achtziger Jahre waren rund 94 Prozent des Ackerlandes
kollektiviert. 1990 wurde dieses Land den früheren Besikern zurückgegeben,
sofern sie es bewirtschaften wollten. Die Hälfte des Anbaus besteht aus
Getreide. Die wichtigsten landwirtschaftlichen Erzeugnisse sind Mais,
Weizen, Zuckerrüben, Gerste, Kartoffeln, Sonnenblumenkerne und Roggen. Der
Viehbestand setzt sich vor allem aus Rindern, Schweinen, Schafen und
Hühnern zusammen. Die Weinbaugebiete in der Region um Tokaj sind auf der
ganzen Welt berühmt.
Forstwirtschaft und
Fischerei
In der Nachkriegszeit verringerte sich der
Waldbestand aufgrund der Ausdehnung des Ackerlandes, der hohen
Abholzungsquote und der unzureichenden Wiederaufforstungsmaßnahmen. In den
sechziger Jahren beschränkte die Regierung den Holzeinschlag und startete
umfassende Programme zur Wiederaufforstung.
Der Fischfang ist am Plattensee (Balaton), an der
Donau und an der Theiß (Tisza) ein wichtiger Wirtschaftszweig. Die
Fangmenge setzt sich vor allem aus Flussbarschen, Karpfen, Hechten, Welsen
und Alsen zusammen.
Bergbau
Das Land verfügt über einige Bauxit-, Kohle-, Erdöl-,
Erdgas-, Mangan-, Uran-, Lignit- und Eisenerzvorkommen. Die meisten
Mineralien sind jedoch nur in geringen Mengen vorhanden. Die Qualität des
abgebauten Eisenerzes und des Anthrazits ist niedrig. Während der
kommunistischen Ära waren alle Bodenschätze Staatseigentum. Die einzige
Ausnahme bildete das Uranerz, das von einer Firma im Auftrag der UdSSR
abgebaut wurde. Die wichtigsten Bodenschätze sind Kohle, Bauxit, Erdöl und
Erdgas.
Industrie
Da die landeseigenen Ressourcen sehr knapp sind, ist
Ungarn auf die Einfuhr von Rohstoffen für seine schnell wachsenden
Wirtschaftszweige angewiesen. Bedeutende Produktionsgüter sind Rohstahl,
Stehlblech, Aluminium, Zement und Lederschuhe. Weitere wichtige
Industriezweige produzieren Drehbänke, Busse, Traktoren, Motorräder,
Dieselmotoren, Fernseh- und Radiogeräte, Nähmaschinen, chemische
Erzeugnisse, Düngemittel, Bauelemente für Fertighäuser und
Baumwolltextilien. Die Verarbeitung der landwirtschaftlichen Produkte
spielt ebenfalls eine große Rolle.
Währung und Bankwesen
Die Währungseinheit ist der Forint (100 Filler). Alle
Bankgeschäfte werden von der Ungarischen Nationalbank kontrolliert. Sie
ist Ungarns Notenbank und bietet auch Kontokorrent- und Sparkonten an. Die
Kunden der Außenhandelsbank sind Unternehmen, die Wirtschaftsbeziehungen
ins Ausland unterhalten. Die Staatliche Entwicklungsbank finanziert
umfangreiche Investitionsprojekte.
Außenhandel
Während der kommunistischen Ära unterstanden alle
Großhandels- und die meisten Einzelhandelsunternehmen der staatlichen
Kontrolle. Etwa die Hälfte des jährlichen Außenhandelsvolumens wurde mit
der UdSSR und anderen Staaten des Ostblocks abgewickelt. Allerdings nahm
der Handel mit Westeuropa, vor allem in den achtziger Jahren, stark zu. Zu
den wichtigsten Exportprodukten Ungarns zählen Maschinen und
Transportausrüstungen, landwirtschaftliche Erzeugnisse, chemische
Produkte, Kleidung, Textilien, Eisen und Stahl sowie Wein.
Hauptimportprodukte sind Maschinen und Transportausrüstungen, Rohöl,
chemische Erzeugnisse und Eisenerz.
Verkehrswesen
Die Donau, die das Land von Norden nach Süden
durchfließt, ist die wichtigste Verkehrsader des Landes. Mit ihren
schiffbaren Nebenflüssen (deren Gesamtlänge 1690 Kilometer beträgt)
ermöglicht sie die kostengünstige Abwicklung eines Großteiles der
inländischen Fracht- und Passagiertransporte. Ferner bietet sie einen
schnellen Zugang zu den Märkten Mittel- und Südosteuropas sowie zu den
Märkten am Schwarzen Meer. Anfang der neunziger Jahre war das
Eisenbahnnetz etwa 13 200 Kilometer lang. Das ungarische Straßennetz hatte
eine Länge von rund 29 920 Kilometern. Flüge werden sowohl von der
staatlichen ungarischen Fluggesellschaft Malev als auch von ausländischen
Fluggesellschaften angeboten und am internationalen Flughafen Budapest
abgefertigt. Einen öffentlichen Inlandsflugservice besitzt Ungarn nicht.
Verwaltung und Politik
Die Verfassung des Landes wurde 1949 erlassen und
später geändert 1989 wurde sie in wesentlichen Teilen überarbeitet. Diese
Änderungen waren ein Zeichen der Umstrukturierung des Landes von einer
sozialistischen Volksrepublik in einen unabhängigen demokratischen Staat.
Prognose der Budapest Bank Rt.
Wachstum: Auf das Wirtschaftswachstum von 4,2 % im
vergangenen Jahr könne in diesem Jahr eine Steigerung des BIP um 5,1 %
folgen, zudem sei das Gleichgewicht des Staatshaushaltes und der
Außenhandelsbilanz nicht gefährdet – informierte Peter Bihari, führender
Volkswirt der Budapest Bank (BB) Rt. Er fügte jedoch hinzu, dass die
hektische Bewegung bei den Staatspapiererträgen und der Rückgang der
privaten Ersparnisse ein gewisses Risiko darstellen.
Im vergangenen Jahr wuchs die ungarische Wirtschaft
um 4,2 %; für 2000 rechnen die Analysten der BB bereits mit einem Anstieg
des BIP um 5,1%. Motor des Anstiegs ist einerseits der
Konjunkturaufschwung in Europa (der Großteil der Ausfuhren der
exportorientierten ungarischen Wirtschaft geht in die Europäische Union,
wo nach einem Wachstum von 2 % im Vorjahr für 2000 ein 3 %iger Anstieg des
BIP erwartet wird). Als neues Expansionselement zählt man seit dem
vergangenen Jahr die Erhöhung des privaten Verbrauchs hinzu. Sie überstieg
in den ersten drei Quartalen von 1999 die Rate des BIP-Wachstums. Während
der Bestand der Konsumkredite der Bevölkerung im vergangenen Jahr um 70 %
zugenommen hat, ist die Sparbereitschaft spürbar zurückgegangen.
Auch die Wirtschaftspolitik der Regierung weist in
Richtung Wachstum. Zu den expansiven Elementen mit konsumsteigernder
Wirkung gesellen sich hier jedoch restriktive Maßnahmen. Zu den
Restriktionen gehört die Lohntarifvereinbarung für den Öffentlichen
Dienst, die eine maximale Erhöhung der Nominallöhne um 8,25 % in d. J.
vorschreibt. Bihari zufolge ist vor dem Hintergrund eines derartig starken
BIP-Wachstums diese geringe, einer Stagnation gleichkommende Erhöhung der
Realgehälter eine unbegründete Lohneinschränkung. Die Lohnrestriktion
bestärke noch die schwache Sparleistung, führe jedoch nicht zu einer
starken Drosselung des Konsums.
Zu den Expansionselementen zählen
wirtschaftspolitische Schritte, die die Nachfrage der Privathaushalte
erhöhen, z. B. in Form von vergünstigten Wohnungsbau- und Konsumkrediten.
Auch der Umfang der staatlichen Investitionen wird voraussichtlich die
Werte des Jahre 1999 übersteigen, als nur 77 % der ursprünglich geplanten
Investitionen von der öffentlichen Hand verwirklicht wurden. Anfang d. J.
lockerte auch die Notenbank ihre monetäre Politik, als sie die Leitzinsen
um 200 Basispunkte senkte. Die Wortwahl der Regierung weist ebenfalls in
Richtung Expansion bzw. macht ambitiöse Versprechen (der „ungarische New
Deal“ verspricht Vollbeschäftigung innerhalb von 10 Jahren und
langfristige Investitionsprogramme).
Das ungarische Wirtschaftswachstum birgt aber auch
Gefahren in sich. Dazu gehört die Gefahr eines äußeren Ungleichgewichtes
sowie die Verlangsamung des De-Inflationsprozesses. Hinsichtlich der
Inflation sind die Bankexperten der Meinung, dass nach den Schwankungen
1999 in diesem Jahr ein gleichmäßiger Rückgang zu erwarten sein dürfte.
Dies werde auch durch die Kurspolitik, d.h. die fortgesetzte Senkung des
Abwertungstempos unterstützt. In Anbetracht der Inflationsrate der EU von
2 % und der offiziellen Forintabwertung von höchstens 4 % seien die
Möglichkeiten der Inlandspreiserhöhung der in den Außenhandel
eingebundenen Sektoren eingeengt. Bei den staatlichen Preiserhöhungen
wirke sich die auferlegte „Selbstbeschränkung“ ebenfalls günstig auf die
Inflation aus. Selbstverständlich darf jedoch nicht vergessen werden, dass
einige Preiserhöhungen - so z.B. bei Gas noch ausstehen.
Die BB-Analysten rechnen mit einer Inflationsrate von
7,7 % gegen Ende des Jahres, der Durchschnittswert werde jedoch bei 8,8 %
liegen.
Quelle: Budapester Zeitung (April 2000). http://wwu
.wtunet.de/archiv/bz/april/lprog.hun
Die ECE GmbH ist der größte Betreiber von Einkaufszentren
in der Bundesrepublik Deutschland und gehört zum Otto-Konzern.
Beispiele: Ernst-August-Galerie im Zentrum von Hannover, Leine Center
in Laatzen, Region Hannover.
Inhaltsverzeichnis
Wende der Wirtschaft
Strukturwandel der Wirtschaft
Neuer Wirtschaftszweig – Tourismus
Nach Budapest ein Projekt der ECE GmbH
Zur Beschränkung des Immobilienerwerbs durch
Ausländer
Zur politischen Einflussnahme in den Medien:
Wirtschaft
Landwirtschaft
Forstwirtschaft und Fischerei
Bergbau
Industrie
Währung und Bankwesen
Außenhandel
Verkehrswesen
Verwaltung und Politik
Prognose der Budapest Bank Rt.
Inhalt der Sammlung der Vorbereitungsreferate
Programm
der Studienfahrt nach Ungarn 2000
Dokument Information
Der
Abschlussbericht der Ungarnfahrt vom 09.10.2000 bis zum 17.10.2000 wurde
aus Zeitmangel niemals fertig gestellt. Er sollte in einem Heft der
Schriftenreihe des UNESCO-Club für die UNESCO-Schule am Maschsee,
Bismarckschule Hannover, e.V., Heft 7 - ISSN 0945-1536 - erscheinen. Der
vorliegende Text wurden veröffentlicht im Internet am 17.11.2011 auf diese Homepage
Kontakt: Gerhard Voigt OStR i.R. (seit 2009). Potsdamer Str. 20, 30952
Ronnenberg / Region Hannover
Bismarckschule.Voigt@gmx.de .
Urheberrechte vorbehalten
Revision 17.11.2011