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Referate und Studienfahrtmaterialien

Vladislav Roumiantsev und Leonid Goldin

Ungarn – Siedlungsgeschichte und Landnahme

Siedlungsgeschichte

Im 3. Jahrtausend v. Chr. begegnet man der finnisch-ugrischen Gemeinschaft an beiden Seiten des Ural, im Wesentlichen zwischen dem Unterlauf der Kama und den Flüssen Ob und Irtysch. Das Gebiet lag überwiegend in der Waldzone, stellenweise reichte es aber auch in die Waldsteppenzone hinein. Wie aus dem archäologischen Nachlass zu schließen ist, waren die Kontakte zwischen den finnisch-ugrischen Gruppen noch recht lebhaft, doch um das Jahr 2000 v. Chr. zerfiel die Gemeinschaft. Es passierte auf Grund der Ausbreitung in dem weiträumigen Gebiet, das die Finnougrier von Balamancha-Volk (Wolossowo-Kultur), die seinerseits eine Migration nach Westen (Baltische Meer) unternahmen, geerbt haben.

Der Ugrische Zweig der Finnougrischen Sprachfamilie (finnisch-ugrische Gemeinschaft), zu dem die Vorfahren der heutigen Magyaren (Ungarn) und der beiden obugrischen Völker Chanti (Ostjaken) und Mansi (Vogulen) gehören und dessen sprachliche Einheit sich im Zeitraum von 1000 bis 500 v. Chr. vollständig auflöste, ist nach dem Zerfall der Finnougrischen Gemeinschaf zunächst in seinem westsibirischen Siedlungsgebiet verblieben und zog wenig später ein Stück in südliche und südöstliche Richtung. Hier bildete der Ugrische Zweig die Andronovo-Kultur, die von ca. 190011800 bis 800 v. Chr. datiert werden kann, und hier kam es zu intensiven Kontakten mit südlichen Nachbarn, den Uriranern. Eine Klimaerwärmung führte zu einer Verschiebung der Vegetationsgrenzen nach Norden, so dass die Ugrier nunmehr in einer veränderten Umgebung, in der Waldsteppe lebten. Die Wirtschaftsform musste den neuen Bedingungen angepasst werden. Unter dem Einfluß der Uriranern entwickelten die Ugrier ein komplexes System von Ackerbau und Viehzucht, in dem vor allem die Pferdezucht eine herausragende Rolle einnahm. Dies lässt sich nicht nur anhand der archäologischen Funde, sondern auch noch am Volkstum der obugrischen Völker und am Wortschak der obugrischen und der ungarischen Sprache nachweisen, die sich durch eine umfangreiche auf Pferdezucht hinweisende Terminologie auszeichnen.

Die Ugrier lebten an festen Siedlungsplätzen, und sie kannten bereits die Metallverarbeitung, die sie vermutlich von den Uriranern übernommen hatten. Am Ende der Bronzezeit, etwa um 1000 v.Chr., führte eine erneute Klimaänderung zu einer weiteren Verschiebung der Vegetationszonen in Richtung Norden. Das Siedlungsgebiet der Urgier befand sich nun nicht mehr in einer Waldsteppe, sondern in einer trockenen Stoppe. Die Wirtschaftsform von Komplexer Viehzucht und Ackerbau konnte wegen der Trockenheit nicht mehr aufrechterhalten werden. Die Bevölkerung stand vor der Alterative, entweder unter Beibehaltung der Wirtschaftsform den verschobenen Vegetationszonen in Richtung Norden zu folgen oder an Ort und Stelle zu verbleiben und sich in ihrer Wirtschaftsweise den neuen Gegebenheiten anzupassen Es kam zur Spaltung der ugrischen Gruppe. Die Vorfahren der heutigen Oburgier wählten die erste Alternative und zogen Richtung Norden an den unteren Ob. Ihre Wanderungsbewegung lässt sich am Verbreitungsgebiet der Ust-Poluy-Kultur, die auf etwa 800-300 v.Chr. datiert werden kann nachvollziehen. Es ist eine Ironie des Schicksals, dass nur wenig später, etwa um 500 v.Chr., eine gravierende Klimaabkühlung eintrat und sie sich, da sie ihr Siedlungsgebiet diesmal nicht verließen, nun völlig veränderten, wesentlich schlechteren Bedingungen anpassen und zu der Naturalwirtschaft von Fischen und Jagen zurückkehren mussten. Die Vorfahren der Ungarn wählten dagegen die zweite Alternative, sie wurden zu einem in der Steppe lebenden und extensive, zwischen Sommer- und Winterweiden systematisch abwechselnde Viehzucht treibenden Nomadenvolk, dessen Spuren sich allerdings bis zum historisch belegten Eintritt in das europäische Blickfeld durch die Landnahme 896 n. Chr. Naturgemäß weitgehend verlieren sollten. Mit der stattgefundenen Klimaabkühlung um 500 v. Chr. wanderten die Ungarn südwärts, in das Steppengebiet am südlichen Ural. Hier hatten sie intensive Kontakte mit den iranischen Völkern der Skythen und Sarmaten, was sich in archäologisch nachweisbaren Ähnlichkeiten in der Kultur, aber auch im Lehnwortschatz ausdrückt. In dieser Periode wurden iranische Wörter von den Ungarn übernommen.

Es ist nicht eindeutig, wann die Ungarn aus dem östlich des südlichen Urals gelegenen Steppengebiet in das weiter westlich gelegene Gebiet des heutigen Baschkirien gezogen sind, in das Gebiet, welches in mittelalterlichen Quellen Magna Hungaria genannt wird. Genauso wenig ist bekannt' warum die Ungarn hierher gezogen sind und wie lange sie hier gelebt haben. Es gibt aber doch mehrere Indizien dafür, daß sie sich tatsächlich hier aufgehalten haben. Nach Berichten über angeblich in Magna Hungaria zurückgebliebene Ungarn machte sich der Dominikanermönch Julianus auf die Suche nach ihnen und fand sie 1236 in einem in seinem Bericht nur unklar bezeichneten Gebiet in der Nähe der Wolga. Des Weiteren gibt es in der ungarischen Sprache einige Elemente, die aus dem permischen Zweig der finnougrischen Sprachfamilie, deren Sprecher in unmittelbarer Nachbarschaft Baschkiriens siedelten, übernommen worden sind. Und schließlich sind in diesem Gebiet Totenmasken gefunden worden, wie sie auch bei den Obugriern bekannt und ebenfalls in Ungarn in Gräbern aus der Landnahmezeit nachweisbar sind.

Die nächste vermutlich in der ersten Hälfte des 8 Jahrhunderts n. Chr. erreichte Etappe auf dem Zug der Ungarn in das Karpatenbecken bildete Levedien, das diesen Namen nach einem ihrer Stammesfürsten erhalten hatte. Die genaue Lage des irgendwo zwischen Don und Asowschen Meer befindlichen Siedlungsgebiets ist unbekannt; man weiß jedoch, dass die Ungarn in enger Symbiose mit dem Khanat der Chasaren lebten, einem Verband von turksprachigen Völkern, deren Oberhoheit die Ungarn anerkannten und deren Territorium das Gebiet der südrussischen Steppe nördlich des Kaukasus umfasste. Laut des vom byzantinischen Kaiser Konstantin VII. um 950 verfassten Werks lebten die Ungarn drei Jahre mit den Chasaren zusammen. Das Zusammenleben muss sich aber einen wesentlich längeren Zeitraum erstreckt haben; denn für eine so kurze Zeit sind die nachweisbaren Einflüsse der Chasaren auf die gesellschaftlich-wirtschaftlichen und auch kulturellen Strukturen der Ungarn viel zu intensiv.

Zwischen 820 und 830 n. Chr. wurde das Khanat der Chasaren von inneren Unruhen erschüttert und auch die Ungarn beteiligten sich am Aufstand gegen die Zentralgewalt. Nach der Niederlage der Aufständischen ein Teil von innen zu den Ungarn. Nach dem wurde das Verhältnis zwischen Ungarn und Chasaren grundlegend vergiftet Der Druck der wiedererstarkten Chasaren wurde schließlich so groß, dass die Ungarn zu Beginn der 840er Jahre gezwungen waren weiter westwärts in das Gebiet zwischen Dnjepr und Dnjestr auszuweichen, das von den Ungarn als Etelköz (Zwischenstromland) bezeichnet wurde.

Im Etelköz hielten sich die Ungarn nur die relativ kurze Zeit von etwa 50 Jahren auf. Die natürlichen Bedingungen gestatteten Fortsetzung der von den Chasaren übernommen Wirtschaftsform. Die Fortwanderung aus Levedien und der Widerstand gegen die Oberherrschaft der Chasaren, aber auch der wachsende Druck, der von den aus dem Osten vorpreschenden Petschenegen ausgeübt wurde, lies die Einheit der Ungarischen Stämme erstarken, weil sich nur so der Unabhängigkeitsdrang erfolgreich durchsetzen konnte. Das wichtigste Indiz für diesen Vorgang der Stärkung einer zentralen Gewalt ist die Tatsache, dass die Führung der Stämme in Form eines Blutsvertrages auf Almos, den Ahnherr der Arpadendynastie bzw. dessen Sohn Arpad überging. Vom Zwischenstromland aus unterhielten sie Kontakte zu Byzanz, zu den Donau-Bulgaren und den Ostslawen und kamen auch mit den Mährern und Franken in Berührung. Sie beteiligten sich mehrfach und auf unterschiedlicher Seite an kriegerischen Auseinandersetzungen und durchzogen dabei einige Male das Karpatenbecken, das sie auf diese Weise kennenlernten und in das sie schließlich 895/896 vom Zwischenstromland aus umsiedelten Es war eine Art Flucht und eine geplante Aktion zugleich. Die Ungarn wichen einerseits vor dem wachsenden Druck der Petschenegen zurück, gegen die die offenen Grenzen des Zwischenstromlandes nicht zu verteidigen waren; andererseits war das Karpatenbecken für die Fortsetzung der von den Ungarn praktizierten Wirtschaftsform optimal geeignet, und es war relativ leicht zu erobern, da es sich im Randbereich dreier großer, sich einander bekämpfenden und dadurch auch geschwächter Reiche (Bulgarisches Reich, Ostfränkisches Reich, Mährisches Reich) befand, die nicht in der Lage waren, eine wirkliche Herrschaft über das gesamte Gebiet auszuüben. Zudem war es nur schwach besiedelt.

Landnahme

Die so genannte Landnahme der Ungarn erfolgte unter der Führung ihres Großfürsten Arpad (894-907) über die nördlichen und nordöstlichen Pässe der Wald- und der Ostkarpaten. In den Jahren 895 und 896 besetzten sie und die ihnen angeschlossenen Völkerschaften das östlich der Donau gelegene Tiefland (Alföld) sowie das an Salz- und Erzvorkommen reiche Westsiebenbürgen. Es folgten Kämpfe gegen das Großmährische und das Bulgarische Reich, deren Macht im Gebiet zwischen Donau und Theil3 gebrochen wurde. Damit war auch die territoriale Trennung zwischen den Süd- und den Westslawen besiegelt. Bereits im Jahre 899 griff ein ungarisches Heer Norditalien an. Nachdem sie 905J906 das Großmährische Reich zerschlagen und im Jahre 907 bei Pressburg den Bayern eine vernichtende Niederlage bereitet hatten, eroberten die Ungarn das westlich der Donau-Gran-Linie gelegene Tiefland (Kisalföld) und dehnten ihre Oberherrschaft bis an die Enns aus.

Damit war die Landnahme im ehemals römischen Pannonien weitgehend abgeschlossen. Das nunmehrige Siedlungsgebiet der Ungarn war meist durch - natürliche Grenzen ( Gebirgszüge, Flüsse, Sümpfe ) gesichert, ein Vorteil angesichts des demographischen Aderlasses, den die fast ununterbrochenen Kämpfe und die Umsiedlungsaktionen der letzten Jahrzehnte verursacht hatten. Die in diesen Gebieten lebende einheimische Bevölkerung, gering an Zahl und politisch-administrativ kaum organisiert, wurde geknechtet, in ihrer Lebensweise jedoch wenig gestört, um ihre Abgaben- und Dienstleistungen nicht zu beeinträchtigen

Die Ungarn selbst betrieben vor allem eine extensive Viehzucht ( bevorzugt Pferde und Schafe ) und, recht primitiv, auch Ackerbau. [)as Handwerk konzentrierte sich auf die Waffenschmiede. Ihre Hauptbeschäftigung bedingte eine nomadisierende Lebensweise, erst um die Mitte des 10. Jahrhunderts zeugen kleine Siedlungen und Stallungen von beständigeren Wohnorten und einer gewissen Sesshaftigkeit. Die Lebensmittelproduktion reichte jedenfalls für den Eigenbedarf nicht aus und musste durch Abgaben der unterworfenen Völker sowie durch Raubzüge ergänzt werden.

In den folgenden fünf Jahrzehnten unternahmen die Ungarn über vierzig größere Rau~ und Beutezüge, die meisten in Mittel-, West- und Südeuropa, einige auch in den Südosten' Richtung Byzanz. Sie setzten damit eine reiternomadische Tradition fort, von der bereits die ältesten Schriftquellen über die Ungarn in den dreißiger Jahren des 9. Jahrhunderts berichten. Auch sollten wohl anbrechende Konflikte zwischen den ungarischen Stämmen sowie innerhalb ihrer sich zunehmend differenzierenden Gesellschaft Stammes- und Sippenoberhäupter, deren Gefolgs- und Dienstleute (reichere Freie, ärmeres, aber freies Gemeinevolk, unfreie Knechte) kanalisiert werden. Außerdem konnten auf diese Weise Nahrungsmittel, Edelmetalle, Luxusgegenstände und Sklaven beschafft werden, die der eigenen Existenzsicherung und überdies als Grundlage für einen sich anbahnenden Handel dienten, da die Beute auf den byzantinischen und orientalischen Märkten Absatz fand. Kapital brachten auch die Zahlungen und Geschenke ins Land, die dazu dienten, Angriffe abzuwenden oder Gefangene freizukaufen, aber auch gegnerische Kräfte innerhalb der jeweiligen Länder mit ungarischer Hilfe lahm zu legen. Gefangene wurden nicht zuletzt als Arbeitskräfte der Ungarn eingesetzt. In schnellen Angriffen und Gegenangriffen, oft die Taktik einer vorgetäuschten Flucht anwendend und durch Massenumzingelungen panische Angst verbreitend, fielen die äußerst mobilen ungarischen Reiter in fast alle Gebiete des zerfallenden Karolinger Reiches ein, verschonten aber auch nicht das südöstliche Byzanz. Im Norden gelangen sie bis an den atlantischen Ozean ( 927 ). Nach einer, unter anderem durch jährliche Zahlungen erkauften Waffenruhe griffen sie 933 das römisch-deutsche Reich an, das sich unter Heinrich I. bei Riade an der Unstrut ( in der Nähe von Merseburg ) erfolgreich zur Wehr setzte, ohne allerdings die Schlagkraft der Ungarn endgültig zu brechen. Bereits 934 standen sie wieder vor Metz und im gleichen Jahr belagerten sie auch Konstantinopel vierzig Tage lang; 937 bedrohten sie sogar das süditalienische Neapel und im Jahre 942 erfolgte ein Einfall auf die Iberische Halbinsel. Das unter Otto 1. erstarkende römisch-deutsche Reich konnte ab 945 mit zunehmendem Erfolg die Ungarnzüge Richtung Westen und Süden abwehrten.

Die Schlacht auf dem Lechfeld setzte allerdings nur den Streifzügen nach West- und Südeuropa ein Ende, das Byzantinische Reich wurde in der Folgezeit wiederholt angegriffen, und erst der Sieg von Kaiser Johannes Tzimiskes in der Schlacht von Arkadiopolis 970 über die Ungarn und die mit ihnen verbündeten russischen, bulgarischen und petschenegischen Truppen beendet die Zeit der ungarischen Raub- und Beutezüge. Sie hatten allenthalben viel Leid, große Verluste an Menschenleben und Kulturgütern verursacht. Von Byzanz aus wurde die im 9. Jahrhundert von den Slavenaposteln Kyrill und Method begonnene Missionstätigkeit im pannonischen Raum wieder aufgenommen.

Unter Stephan I. strebte Ungarn den Ausgleich mit den Nachbarn an; notfalls aber wurden auswärtige Angriffe (etwa Konrads II. im Jahre 1030) erfolgreich abgewehrt, wobei sich das System der Grenzverhaue ebenso bewährte wie die Taktik der „verbrannten Erde“ bei gleichzeitiger Unterbrechung des Truppen und Nahrungemittelnachschubs. Innenpolitisch erwies sich die Regelung der Thronfolge als schwierig, da Stephans einziger Sohn Emmerich, für den er ein politisches Testament verfasst hatte, 1031 kinderlos an den Folgen eines Jagdunfalls starb. Das Erbe der Arpaden fiel nun Peter Orseolo (auch Urseolo; * ca. 1008; † 1046), zu, dem Sohn seiner mit dem Dogen von Venedig verheirateten Schwester. Die Rebellion eines wohl nicht christianisierten Großneffen Stephans wurde blutig niedergeschlagen.

Stephan hatte einen monarchisch-autokratisch strukturierten Staat geschaffen: Die Zentralisierung der Lokalverwaltung, der Gerichtsbarkeit und des Heereswesens ging so weit, dass der Herrscher Würdenträger nach Belieben auch ungeachtet ihrer sozialen Herkunft, ein- oder absetzen konnte; die gegenüber dem Papsttum behauptete Kirchenhoheit ermöglichte die Einbindung und Kontrolle des Klerus; aus dem umfangreichen königlichen Besitz konnten werden. Die,' Gäste „ aber wurden zu wichtigen Stützen des Staates, den sie als Garanten, den sie als Garanten ihrer Vorrechte betrachteten. So wurde das Vertrauensverhältnis einer Person oder einer Gruppe zum König neben der sozialen Gliederung in nach Grundbesitz differenzierte, zu Kriegsdienst verpflichtete Freie und in Untertanen ein wesentliches Ordnungsprinzip des mittelalterlichen Ungarn.

Von den in Konstantinopel gesammelten Erfahrungen geprägt (zu seiner Zeit wurde das byzantinische Doppelkreuz zum Bestandteil des ungarischen Reichswappens), strebte Bela III., der letzte absolut regierende König von Ungarn, eine enge Verbindung zwischen Königtum und Kirche an, ohne jedoch den oströmischen Cäsaropapismus zu übernehmen. Die im Westen, bevorzugt in Paris ausgebildete Geistlichkeit unterstützte ihn bei der Reorganisation der Finanzen, der Verwaltung und des Urkundewesens, trug aber auch zu einer nachhaltigen kulturellen Entwicklung Ungarns bei. Die Verschiebung des innenpolitischen Gleichgewichts zugunsten des Hochadels, der auf Machtbeteiligung drängte und in Zeiten der Thronwirren auch einzufordern vermochte, konnte aber auch durch diese Allianz zwischen Kirche und Staat nicht aufgehalten werden. Außerdem stärkte die Umwandlung des Militärwesens mit der allmählichen Herausbildung eines Ritterheeres die Schicht der königlichen Dienst- und Gefolgsleute, die einen adeligen Status anstrebten.

Die 1351 von König Ludwig I. bestätigte Goldene Bulle gilt als Grundtage der adligen Freiheiten im Königreich Ungarn. Die Komitate wandelten sich nun allmählich zu Selbstverwaltungskörperschaften des Adels und der Gäste. Diese privilegierten Gruppen entwickelten sich zu den als Nationen bezeichneten Ständen' denen in der Folgezeit immer mehr Einfluß zuwuchs, nicht zuletzt auf den Reichstagen, auf denen seit Mitte des 13. Jahrhunderts über Gesetze und Steuern befunden wurde.

Literaturverzeichnis

Akademiai Kiado: Die Ungarn Ihre Geschichte und Kultur: PP Redaktion I td., Budapest

Holger Fischer, Konrad Gündisch: Eine kleine Geschichte Ungarns: Suhrkamp Verlag Frankfurt am Main l999

Pam1enyi, Envin: Die Geschichte Ungarns: Budapest 1971

Istvan, Dienes: Die Ungarn um die Zeit der Landnahme: Budapest 1972

Inhalt

Siedlungsgeschichte
Landnahme
Literaturverzeichnis

Inhalt der Sammlung der Vorbereitungsreferate

Programm der Studienfahrt nach Ungarn 2000

Dokument Information

Der Abschlussbericht der Ungarnfahrt vom 09.10.2000 bis zum 17.10.2000 wurde aus Zeitmangel niemals fertig gestellt. Er sollte in einem Heft der Schriftenreihe des UNESCO-Club für die UNESCO-Schule am Maschsee, Bismarckschule Hannover, e.V., Heft 7 - ISSN 0945-1536 - erscheinen. Der vorliegende Text wurden veröffentlicht im Internet am 17.11.2011 auf diese Homepage

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