Die Bismarckschule
Hannover
Profil einer
UNESCO-Schule[1]
1. Das Konzept der
UNESCO-Projekt-Schule[2]
Die Bismarckschule Hannover hat sich schon in den
50er Jahren der internationalen Organisation der "UNESCO-Modell-(Projekt-)Schulen"
angeschlossen. Um den Stellenwert der Schulpartnerschaft der
Bismarckschule Hannover mit dem V. Liceum in Poznan/Posen einschätzen zu
können und um die besonderen didaktischen Konsequenzen zu begründen,
die über das Partnerschaftsprojekt hinaus für ein Curriculum des
"Interkulturellen Lernens" zu ziehen sind, soll einleitend das
UNESCO-Projektschul-Programm erläutert werden. Die UNESCO-Projekt-Schulen
finden sich in einem freiwilligen Zusammenschluss von Schulen aller
Schulformen und Schulstufen in vielen Ländern der Welt zusammen, die
sich den interkulturellen, auf friedlichen kulturellen Austausch
bedachten Zielen der UNESCO verpflichtet wissen und dies zu einem
Schwerpunkt ihrer pädagogischen Arbeit machen wollen.
Dabei haben sich die Aktivitäten im Laufe der
Jahrzehnte durchaus verändert. Standen Anfangs die Erfahrungen der
Nazidiktatur und des Zweiten Weltkrieges im Vordergrund, aus denen
Programme der Jugendbegegnung entwickelt wurden, mußte die UNESCO-Arbeit
im Laufe der Zeit stärker inhaltlich konkretisiert und an den
brennenden politischen Problemen der Zeit - Ost-West-Konflikt,
Dritte-Welt-Problematik, Flüchtlinge und globale Migrationen, Entstehen
multikultureller Gesellschaften - orientiert werden.[3]
In der Zeit der grundlegenden schulpolitischen
Umorientierungen in den siebziger Jahren trat das
UNESCO-Projektschul-Programm in den Hintergrund; das Neuaufleben in den
achtziger Jahren ist eng verbunden mit der deutlichen außenpolitischen
Neuorientierung der deutschen Politik, die sich als "neue Ostpolitik",
Entspannungspolitik und daneben auch verstärkt Friedenspolitik in der
einen Welt artikulierte. Schulpartnerschaften wurden jetzt vorzugsweise
mit osteuropäischen Staaten vereinbart, vor allem um Feindbilder abzubauen
und konkrete menschliche Kontakte zur Unterstützung der Entspannung [im
Sinne von »Wandel durch Annäherung«] zu knüpfen.
2. Arbeitsformen
der UNESCO-Projektschulen
UNESCO-Projektschulen nutzen für ihren freiwillig
gewählten internationalen Erziehungsauftrag verschiedene pädagogische
Mittel. Immer ist aber die gegenseitige Berichterstattung, der
Erfahrungsaustausch über die schulischen Projekte und Aktivitäten, die
Multiplikatorenwirkung durch Veröffentlichungen und Berichte in den
lokalen Medien ein zentraler Bestandteil der Arbeit:
UNESCO-Projektschulen zielen auf das »exemplarische« Erproben neuer
Inhalte und Arbeitsformen und übernehmen damit eine pädagogische
Vorreiterfunktion, die durchaus nicht als Anspruch auf Exklusivität
missverstanden werden darf.
Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit ist es, die
Gemeinsamkeiten und Besonderheiten der Beschäftigung mit zentralen
internationalen und interkulturellen Themen in den verschiedenen
Schulen und Schulformen zu erkennen und auszuwerten. Das geschah vor
allem durch gemeinsame Projektprogramme ("Kinder in unserer Welt",
"Ausländer in unserer Stadt", "Islam"), durch fördernden
Erfahrungsaustausch über Schulpartnerschafts- und
Schüleraustauschprogramme in Tagungen und Publikationen und durch
eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit, z.T. in Zusammenarbeit mit
Institutionen der Lehrerfortbildung und der außerschulischen
Politischen Bildung, woran sich die Bismarckschule Hannover aktiv
beteiligt hat. In diesen übergeordneten pädagogischen Rahmen, der heute
mit dem Ziel des interkulturellen Lernens zu charakterisieren ist, stellt
sich das Schulpartnerschaftsprogramm mit dem 5. Liceum in Posen.[4]
3. Zum Aufbau der
Schulpartnerschaft mit Poznań/Posen
Das Thema "Polen" wurde Ende der siebziger Jahre zu
einem aktuellen und umstrittenen Thema der deutschen Politik mit
erheblichen Auswirkungen auch für die politischen Orientierungen in der
deutschen Gesellschaft selbst. Neben die "Versöhnung" mit den
westeuropäischen Nachbarn im Rahmen der NATO und der europäischen
Einigungsbestrebung, z.T. deutlich geprägt von einer gemeinsamen
Feindbilddefinition im Rahmen des "kalten Krieges", sollte jetzt in einer
Phase der Entspannung der Blick auf eine neue Annäherung an die östlichen
Nachbarn und die Einsicht treten, dass Europa nicht an der Elbe endet.
dass dies für das "Weltbild" der deutschen Bevölkerung erhebliche
Auswirkungen hatte, ist nur zu deutlich zu verzeichnen. Eine breite
Zustimmung in der hannoverschen Bevölkerung ermöglichte eine Vielzahl von
Begegnungen und Kontakten auch von der Basis her. In Zusammenarbeit
mit der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Hannover und im Rahmen der
Städtepartnerschaft Hannover/Posen, die beide ihr Entstehen und ihre
Entwicklung dieser politischen Neuorientierung verdanken, konnte die
Bismarckschule, gegen den hinhaltenden Widerstand konservativer
politischer Kräfte in beiden Ländern, schon Anfang der 80er Jahre als
eine der ersten Schulen in der Bundesrepublik eine von allen Stellen
offiziell bestätigte formelle Schulpartnerschaft eingehen, die bis
heute mit Leben gefüllt und durch jährlichen Schüleraustausch und
zusätzliche Studienfahrten nach Polen fortgeführt werden konnte.
Schon Ende der siebziger Jahre veranstalteten Schüler
der Bismarckschule in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt der
Landeshauptstadt Hannover in einem städtischen Freizeitheim eine
"Polnische Woche" mit einer Dokumentarausstellung zur deutsch-polnischen
Geschichte, mit Vortrags- und Filmveranstaltungen und einer abschließenden
Podiumsdiskussion, auf der die Notwendigkeit einer neuen Öffnung nach
Osten artikuliert wurde.
Der Aufbruch in diese neue Phase der UNESCO-Arbeit
bedeutete einen gewissen Einschnitt in das Schulleben. Die
Deutsch-Polnische Gesellschaft Hannover wurde vor allem auch durch und
mit Lehrerinnen und Lehrern der Bismarckschule Hannover gegründet. So
entstand eine breite Basis für die Entwicklung unserer Polenkontakte.
Doch war die Zustimmung nie einhellig. Eine Minderheit konservativer
Fachkolleginnen und Kollegen ist schon mit der über die Fachvermittlung
hinausgehenden pädagogischen Zielbestimmung nicht einverstanden und nimmt
vor allem die Irritationen und "Störungen" des Unterrichtsalltags wahr.
Hier stoßen z.T. unvereinbare pädagogische Grundorientierungen
aufeinander, die auch bei Projekten des Interkulturellen Lernens in
anderen Schulen berücksichtigt werden müssen. Bedenklich ist es, wenn
bei Auseinandersetzungen im schulpolitischen Bereich oder mit der
Schulleitung nahezu einhellig immer die Projekte des Interkulturellen
Lernens als angeblich "zusätzliche und freiwillige" Leistungen des
Kollegiums zur Disposition gestellt oder als Druckmittel in der
Auseinandersetzung benutzt werden. Hier dürfte ein grundlegendes
Missverständnis über die pädagogischen Aufgaben und Pflichten und aus
meiner Sicht ein falsche Prioritätensetzung in Erscheinung treten.
Auch äußerlich durch die politischen Abläufe war
unsere Schulpartnerschaft gravierenden Belastungen ausgesetzt. Nach den
politischen Widerständen, dem zu überwindenden Misstrauen der Anfangsphase
folgte in der Solidarnosc- und der Kriegszustandszeit ein Phase der
Belastungen durch die primäre Beanspruchung unserer Freunde und
Ansprechpartner in Polen durch die eigenen, schwieriger werdende
Lebensumstände. Neben Kontakt tritt jetzt die konkrete und praktische
Hilfe. So haben sich die Inhalte unserer Polenkontakte, entsprechend den
politischen und gesellschaftlichen Wandlungen, im Laufe des letzten
Jahrzehnts verschoben. War der Ausgangspunkt in dem Ziel zu sehen, der
neuen Ostpolitik der Bundesrepublik Deutschland, die sich im Warschauer
Vertrag und in den Bemühungen Willy Brandts ausdrückten, die Versöhnung
zwischen den Nachbarvölkern - in klarem Bewusstsein des
zeitgeschichtlichen Unrechts, das Polen durch das Deutsche Reich
zugefügt worden ist - mit unmittelbaren Kontakten und mit der
Aufarbeitung der eigenen Vergangenheit eine tragfähige
gesellschaftliche Basis zu schaffen, kamen mit den Besuchen und
angebahnten Freundschaften in Polen weitere Ziele und Aufgaben hinzu: in
der Identifikation mit den innerpolnischen Umbruchprozessen, der mit
Spannung und Zuwendung verfolgten Kämpfe der Solidarnosc und
schließlich mit der Solidarität mit unseren polnischen Freunden in der
Zeit des Kriegsrechtes und des ökonomischen Zusammenbruchs. In dieser Zeit
übernahm die Bismarckschule, auf Bitten aus Posen hin, die mehrjährige
finanzielle Garantie für die Behandlung einer Gruppe leukämiekranker
Kinder in der dortigen Kinderklinik. dass spontan und aus gegebenem
Anlass andere Formen der direkten Hilfe auch gegenüber unserer
Partnerschule gefunden wurden, braucht hier nicht näher ausgeführt werden.
So konnte im Laufe der Zeit ein tatsächliches vertrauensvolles
Miteinander entstehen, das alte Vorbehalte und nationale Stereotypen
belanglos macht. Das hat seinen Niederschlag gefunden auch in einer enger
werdenden Zusammenarbeit mit polnischen Universitäten, aus der eine Reihe
von gemeinsamen Seminarveranstaltungen[5]
und Publikationen[6]
hervorgegangen sind.
4. Curriculare und
didaktische Konsequenzen
Das Thema Polen konnte seither zu einem didaktischen
Schwerpunkt bis hinein in den Fachunterricht vor allem der Geographie,
Geschichte und Gemeinschaftskunde gemacht werden. Doch auch hier sind
zur Begründung der didaktischen Entscheidungen über die Einbindung in
das UNESCO-Programm hinaus einige grundsätzliche Überlegungen zum Thema
Polen anzustellen, die hier nur kurz gestreift werden können:
Polen ist wie alle ehemaligen RGW-Länder mit einer
tief greifenden Transformationskrise konfrontiert, die alle Bereiche des
politischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Lebens berührt, daneben
aber auch vorhandene soziale und räumliche Disparitäten neu in
Erscheinung treten lässt und teilweise auch verstärkte. Soziale und
regionale Marginalisierungsprozesse drohen trotz der erstaunlich
positiven Entwicklung, die die wirtschaftlichen Globaldaten für die
polnische Volkswirtschaft - durchaus auch für die Wirtschaftswissenschaft
überraschend - zeigen.
Der Krisenbegriff selbst muß daher einer
eingehenderen Untersuchung unterzogen und stärker differenziert
werden. Dabei werden die Stärken und Schwächen der polnischen
Krisenlösungskompetenz deutlicher hervortreten und typische Abweichungen
vom z.B. deutschen Umgang mit gesellschaftlichen und ökonomischen
Krisen erwiesen. Dies wird erst vor dem Hintergrund der polnischen
Geschichte, den Zeiten der Fremdherrschaft und den grundlegenden
räumlichen Verschiebungen der Lage Polens, verständlich.
In Polen hat sich eine besondere Politische Kultur
entwickelt, die sich in der individuellen wie der gesellschaftlichen
Reaktion auf Krisen und Konfliktlagen ablesen lässt. Vor allem die Rolle
des Staates und seiner Institutionen ist in Polen anders zu bewerten als
in Westeuropa, was spezifisch polnische Wege der Krisenbewältigung
notwendig macht. Der polnische Staat ist traditionell schwach; die
nationalstaatliche Identifikation mit zentralen Staatsinstitutionen
hat sich in Polen nicht in dem Maße herausbilden können, wie in den
Gebieten Westeuropas, deren politische Geschichte sich seit dem
Mittelalter auf Staatskonsolidierung und militärische Staatsraison
konzentriert hatte (fränkische Grafschaftsordnung, imperiale Reichsidee,
später Absolutismus und bürgerlicher Nationalstaat). In Polen erfolgte
eine nichtetatistische Gesellschaftsentwicklung vom freien Bauerntum über
das Wahlkönigtum und die Szlachtagesellschaft (Adelsrepublik) mit ihren
Freiheitsrechten des liberum veto und des Konföderationsrechtes. Die
sich daraus entwickelnde Politische Kultur Polens steht jeder staatlichen
Machtfülle skeptisch bis ablehnend gegenüber, was sich in der
Identifikation mit Gegenmacht repräsentierenden Gruppen ausdrückt
(Kirche, Familie, Klientel). Staatsgewalt wird in der neueren Geschichte
vor allem als Oktroi fremder Interessen erlebt (Polnische Teilungen,
preußische Polenpolitik, russische Unterdrückung, nazideutsche
Okkupation, stalinistische Abhängigkeit der Volksrepublik von der
Sowjetunion); das bestätigt und verfestigt die ohnehin vorhandene
Staatsferne der Politischen Kultur.[7]
Polen erlitt im Laufe seiner Geschichte mehrfach
fundamentale räumliche Verschiebungen nach Osten bzw. nach Westen. Dabei
war Ostverschiebung meist mit einer politischen Option für die westlichen
Kontakte, Westverschiebung mit der Option für östliche politische
Integration verbunden (nach Jerzykiewicz-Jagemann:[8]
"Jagiellonische vs. Piastische Staatskonzeption"). Die räumlichen
Verschiebungen drücken sich in strukturellen Deformationen und
Disparitäten aus, die unmittelbar hemmenden Einfluss auf die
wirtschaftliche Entwicklung haben (defizitäre Infrastruktur, labile
außenwirtschaftliche Verflechtungen).
Der Umgang mit Krisen, gekennzeichnet durch
"Alltagsanarchismus", Staatsferne aber auch der Gefahr mafiöser
Verhaltensformen, ist Teil der Politischen Kultur als bewahrte
kollektive Erfahrungen. Dies kann an vielen konkreten Beispielen
erläutert und muß in einen historischen Begründungszusammenhang
gestellt werden; dies macht die planmäßige Entwicklung von
Schulkontakten und institutionalisierten Beziehungen schwierig und
verlangt ein über das normale Maß hinausgehendes Einfühlungsvermögen. Auf
der anderen Seite haben die besonderen politischen Verhältnisse in Polen
Kontakte z.B. im Vergleich zur DDR erheblich begünstigt, denn das
Verhältnis der polnischen Gesellschaft einschließlich ihrer politischen
Eliten zur kommunistischen Regierung nach dem zweiten Weltkrieg war immer
problematisch und vielschichtig; das Regierungssystem war niemals so
einfach als "Gewaltherrschaft" zu beschreiben, wie es für die
Nachbarstaaten DDR und CSSR heute oft üblich geworden ist.[9]
In Dezennien aufeinander folgende Unruhen und - letztlich
gescheiterte - Reformansätze kennzeichnen die polnische
Nachkriegsgeschichte. Damit wurde Polen - neben Ungarn - seit der
Gründung der unabhängigen Gewerkschaftsbewegung Solidarnosc und den
"Danziger Verträgen" von 1980, aber unterbrochen von der Zeit des
Kriegsrechts unter Jaruzelski 1981 - 1989, zu einem wichtigen Faktor in
dem Prozess der sozioökonomischen und politischen Umgestaltung Ost-
und Südosteuropas. Auf der menschlichen Ebene haben die vielfältigen
Kontakte diese Entwicklung begünstigt und getragen.
Mit diesen knappen Anmerkungen lässt sich zeigen,
dass das Thema Polen, vertieft und konkretisiert durch die unmittelbaren
Erfahrungen mit den Kontakten der Schulpartnerschaft, nicht nur die
traditionelle didaktische Funktion einnimmt, Wissen über den staatlichen
und kulturellen Nachbarn zu erwerben, sondern dass im Rahmen einer
umfassenderen europäischen Perspektive gerade die
historisch-geographischen und gesellschaftlichen Besonderheiten zu
Kristallisationspunkten einer grundlegenden Diskussion der
Alternativen in der zukünftigen Entwicklung Europas werden können:
Alternativen zur traditionellen etatistischen Vergesellschaftung und
Staatsraison, Alternativen auch im Umgang mit gesellschaftlichen Krisen.
Vergleichende Ansätze auch im Fach Geographie müssen einer erweiterten
Fachperspektive genügen, die nicht nur vordergründig
aktualitätsorientierte politische Bildung vermittelt, sondern in den
Bereich der Zivilisationsprozesse und der heute wirksamen Politischen
Kultur vorstößt. Interdisziplinäre Unterrichtsprojekte sind hier wohl
sinnvoll und fügen sich damit in das Interkulturelle Lernen im Rahmen der
UNESCO-Projekte ein.
5. Perspektiven
der Schulpartnerschaft
Unter welchen Vorzeichen steht nun heute die
Entwicklung der Schulpartnerschaft mit Poznan/Posen im Rahmen der
UNESCO-Schularbeit? Zum einen ist die Situation in Polen selbst ein
großes Problem. Die besondere Krisendynamik, die sich in Polen beobachten
lässt - Verelendungsprozesse, mangelnde Staatsakzeptanz, Zerfall
staatlicher Institutionen, Entwicklung eines mafiösen Untergrundes -
und die "typisch polnischen Reaktionen" auf die Krise lassen sich nur vor
dem Hintergrund der besonderen polnischen Gesellschaftsform verstehen,
die Produkt der wechselvollen und von den westeuropäischen Nationen
abweichenden Nationalgeschichte Polens ist. Doch kommen neue Elemente
hinzu, die in Polen selbst Rat- und Orientierungslosigkeit hervorrufen und
zu einer grundlegenden Verunsicherung der Schule über ihre Ziele und
Möglichkeiten führt. Die aktuelle Krise unterscheidet sich für Polen von
früheren sozioökonomischen Krisen dadurch, dass die traditionellen
Krisenlösungskonzepte sich plötzlich als ungeeignet zur Krisenlösung
erweisen und Verarmung, Verelendung und Machtlosigkeit nicht abwenden;
die traditionellen Verhaltensweisen sind gekennzeichnet durch das
Unterlaufen staatlicher Maßnahmen, privatistische
Überlebensstrategien, Verhalten im Untergrund, Basisloyalitäten, was
gegenüber der Universalisierungstendenz der Krisenerscheinungen und ihrer
internationalen staatlichen Verfestigung zum Anachronismus wird. Die
daraus folgende subjektive Perspektivlosigkeit ist eine neue Erfahrung
für Polen, die zu Resignation oder Aggression führt. Eine
Entfremdung von der eigenen Geschichte wird als Orientierungslosigkeit
erlebt, was gemeinsame staatliche Krisenlösungen noch erschwert.[10]
Nur in Kenntnis der "polnischen Besonderheiten" lässt
sich ein friedliches, auf Verständnis und gegenseitiger Achtung fußendes
europäisches Zusammenleben nach dem Ende des Ost-West-Konfliktes
aufbauen, zu dem der Geographieunterricht, Studienreise,
Schulpartnerschaften und Schüleraustausch mit unserem östlichen
Nachbarn beitragen müssen. Möglichkeiten und Perspektiven einer solchen
schulischen Begegnung mit Polen sollen abschließend mit den Teilnehmern
erörtert werden, wobei besonders auf den konkreten und praktischen
Erfahrungsaustausch Wert gelegt werden soll.
Besonders wichtig ist es, Themen des Interkulturellen
Lernens aus der Situation der Lerngruppe heraus zu entwickeln und zu
strukturieren, um dabei die Voraussetzungen, kulturellen Hintergründe,
Erfahrungen und Prägungen der Schülerinnen und Schüler aufgreifen zu
können und im gemeinsamen Lern- und Kommunikationsprozess fruchtbar zu
machen. Hier hat die Bismarckschule eine besondere Chance. Durch das
Angebot von Russischunterricht wurde die Bismarckschule zu einer der
beiden hannoverschen Schulen, die den größten Teil der nach Hannover
gekommenen Aussiedlerkinder aus Polen und den Ländern der ehemaligen
UdSSR betreuen. Das stellt in Bezug auf die zu erbringenden
Akkulturationsleistungen ganz besondere Anforderungen, da viele dieser
Kinder schon mit einer ambivalenten oder unsicheren Enkulturation
(zwischen polnischer/russischer und deutscher Identität) nach Deutschland
gekommen sind. Gerade diese Schülergruppe versuchen wir bewußt in
unsere aktiven Polenkontakte mit einzubeziehen und ihnen dadurch zu
einer verstärkten Rollendistanz und Ambiguitätstoleranz (Treuheit,
Krappmann[11])
zu verhelfen.
Doch muß eine Schule sich Ihren pädagogischen
Standard immer wieder neu erarbeiten. Stillstand bedeutet im
Generationenwechsel in der Schülerschaft Vergessen und Aufgabe. Gerade
im Bezug auf das interkulturelle Lernen entstehen hier neue, teilweise
noch ungelöste Probleme, die aus der innergesellschaftlichen Situation
in Deutschland herrühren. Jugendpsychologische Befunde wie "neuer
Hedonismus", "Verengung des Realitätsbezuges" oder "Verlust gewaltfreier
Sozialkompetenz" spielen dabei zwar eine entscheidende Rolle, sind
aber in diesem, zur Geographie hin orientierten Diskussionsrahmen nicht
adäquat zu behandeln. Doch die auf die Nationalstaatlichkeit abhebende
Problemlage muß hier angesprochen werden. Das Problembewusstsein bei den
Schülern wird deutlich selbstbezogener, bis hin zur nationalen
Perspektivverengung - was sicher auch mit einer ähnlich eingeengten
Problemsicht der derzeit regierenden konservativen politischen Eliten zu
tun hat, die, das möchte ich hier ausdrücklich wertend betonen, kaum das
für die heutige internationale Problemlage erforderliche Bewusstsein
entwickelt haben und zu kurzschrittigen und perspektivlosen
Krisenlösungskonzepten tendieren. Inhaltliches Interesse oder gar
solidarisches Miterleben gegenüber den östlichen Nachbarländern wird immer
seltener, was sich an abnehmendem Interesse an der Beteiligung an den
UNESCO-Aktivitäten und Schulpartnerschaftsprogrammen ablesen lässt.
6.
Schulpartnerschaft mit Istanbul: Pädagogische Zielsetzungen
Die aktuellen Probleme, die eine ganze Generation in
der Türkei prägen werden und die damit auch für uns Deutsche Bedeutung
erlangen werden, lassen es umso wichtiger erscheinen, den ständigen
Kontakt zwischen beiden Völkern und Kulturen auch auf der unteren Ebene
der persönlichen Bekanntschaft nicht abreißen zu lassen, im Gegenteil: zu
fördern und auszubauen. Hier fühlen sich auch die UNESCO-Schulen
angesprochen. Auch das türkische Erziehungsministerium hat den Wert
solcher Kontakte erkannt und unterstützt Schulpartnerschaften mit
deutschen Schulen.
Die Studienreisen, die von der Bismarckschule
Hannover in den vergangenen Jahren (1985, 1989, 1992) in die Türkei
durchgeführt worden sind und deren nächste für 1994 geplant ist, sind
eingebunden in eine Folge mehrerer schulischer wie auch privat
organisierter Veranstaltungen und Kontakte mit der Türkei und Begegnungen
mit unserer türkischen Partnerschule, der Istanbul Lisesi. Am Anfang stand
die Reise einer Schülergruppe der Bismarckschule Hannover in die Türkei im
Herbst 1985. Ein umfangreicher Erfahrungsbericht über diese Studienfahrt
wie auch über die folgenden Reisen wurde veröffentlicht. Bei dieser
Gelegenheit wurden die Grundlagen der Schulpartnerschaft mit der Istanbul
Lisesi gelegt. In den folgenden Jahren stand der schriftliche Kontakt im
Vordergrund verbunden mit der Bemühung um die offizielle Anerkennung
der Schulpartnerschaft durch die türkischen Dienststellen. Im Sommer 1987
konnte eine Schülergruppe unter der Leitung von Herrn Voigt die
schulischen Türkei- und Vorderasienkenntnisse vertiefen durch eine
private Ferienfahrt durch die Türkei und weiter nach Syrien, Jordanien,
Ägypten und Israel.
Auch über diese Erfahrungen wurde ein schriftlicher
Bericht veröffentlicht, was den Zielsetzungen der UNESCO-Schulen, in
Multiplikatorfunktion innovativ und anregend in die Öffentlichkeit zu
wirken, entspricht. Diese vielfältigen praktischen Erfahrungen konnten in
den letzten Jahren auch positive Beiträge im Rahmen des
Arbeitsschwerpunktes "Interkulturelles Lernen" am 'Niedersächsisches
Landesinstitut für Lehrerfortbildung, Lehrerweiterbildung und
Unterrichtsforschung' sowie in mehreren Veranstaltungen der
Lehrerfortbildung in den "neuen Bundesländern" liefern.
1989, 1990 und 1993 besuchten türkische
Schülergruppen aus unserer Partnerschule die Bismarckschule Hannover.
Im Herbst 1989 und im Herbst 1992 lagen dazwischen, wie schon angedeutet,
weitere Besuche von Schülergruppen der Bismarckschule in Istanbul, so
dass jetzt, 1994, wieder ein Gegenbesuch unsererseits zur
Aufrechterhaltung der Schulpartnerschaft ansteht. Die
Gegenseitigkeit ist auch deshalb wichtig, weil die Schülerinnen und
Schüler jeweils in Familien im Gastland untergebracht werden sollen. Für
1995 ist wiederum ein Besuch aus der Türkei in Aussicht gestellt worden,
wobei wir, ohne dass diese Planungen schon konkret wären, auch einmal ein
"Dreiertreffen" von Polen, Türken und Deutschen eventuell mit
Unterstützung des Deutsch-Polnischen Jugendwerkes in Polen, eventuell in
der neuen Jugendbegegnungsstätte Gut Kreisau bei Wroclaw/Breslau ins Auge
fassen wollen.
Über die historischen, geographischen und aktuellen
Themenschwerpunkte, die sich bei der Beschäftigung mit der Türkei
anbieten, braucht an dieser Stelle nichts eigens gesagt zu werden; es
genügt zu betonen, dass die Vorbereitung durch Information, Gespräch und
Literaturarbeit die vielfältigen Erkenntnismöglichkeiten
berücksichtigt und einen interdisziplinären Charakter in den Vordergrund
stellt, von dem die inhaltliche Arbeit in verschiedenen Fächern der
Schüler profitieren kann.
Im Mittelpunkt der unserer Studienfahrten steht
jeweils der Besuch in unserer Partnerschule, der Istanbul Lisesi. Daran
schließen sich von uns selbst geplante etwa zehntägige Rundreisen durch
die Westtürkei an, in denen Geschichte, Gesellschaft, Kultur und
politische Entwicklungen der heutigen Türkei zumindest in Umrissen
angedeutet und verdeutlicht werden sollen, Z.B. ist mehrfach das
Erziehungsministerium in Ankara Informationsgesprächen aufgesucht worden.
Begleitet werden diese Informationsprogramme
durch eine Fülle privater Kontakte und informative Rundreisen über
Ankara, Konya, Kappadokien hin zur Ägäisküste mit Izmir, Ephesus, und
Pergamon, so dass neben der heutigen Situation auch Geschichte und
Kulturgeschichte dieses vielfältigen und oft überraschenden Landes
ausreichend zur Geltung kommt. 1994 ist geplant, die soziale und
wirtschaftliche Situation in der Türkei deutlicher als in den bisherigen
Studienreisen zum Thema zu machen. Dabei sollen Gespräche im politischen
Raum und im türkischen Wirtschaftsministerium geführt werden. Ein Besuch
des Südostanatolien-Projektes am Atatürk-Staudamm mit fachkundiger
örtlicher Begleitung ist geplant unter der Voraussetzung der Genehmigung
durch das türkische Wirtschaftsministerium und unter kritischer Bewertung
der jeweiligen aktuellen Sicherheitslage.
7. Türkeireisen:
Art der Vorbereitung und Planung im Unterricht
Die Türkei-AG in der Bismarckschule Hannover versucht
sich mit den Möglichkeiten und Problemen von Schulpartnerschaften
auseinanderzusetzen und will die Thematik "Türkeikontakte" einer
breiteren Schulöffentlichkeit vermitteln. In Arbeit mit Medien und
Materialien werden die Grundzüge der Geschichte und Landeskunde der
Türkei erarbeitet. Darüber hinaus bietet die Türkei-AG ihren Mitgliedern
die Möglichkeit, sich intensiv mit selbst gewählten Schwerpunktthemen
aus Kultur, Gesellschaft, Wirtschaft oder Zeitgeschichte zu beschäftigen,
um daraus z.B. Berichte, Teile von Ausstellungen, Beiträge zu
Informationsveranstaltungen oder Erkundungsthemen für Türkeireisen
abzuleiten.
Die Türkei-AG trifft sich regelmäßig zu mehrstündigen
nachmittäglichen Besprechungen. Im Herbst 1993 hat sie das Programm und
den Besuch der türkischen Schülergruppe in Hannover betreut;
anschließend begann unter Einbeziehung einiger neuer Teilnehmer an der
Türkei-Arbeit die inhaltliche Arbeit zum Thema Türkei und die Planung der
Austauschfahrt.
Die Größe der Reisegruppen ist naturgemäß nicht allzu
groß. Es nehmen jeweils 12 bis 15 Schülerinnen und Schüler aus den
Klassenstufen 9 bis 12 teil. Dazu kommen ein bis drei begleitende
Lehrer, einige Male auch ersetzt durch Erwachsene Begleitpersonen aus dem
Kreis der Altschüler- beziehungsweise Elternschaft. Wir setzen dabei im
Rahmen unserer UNESCO-Arbeit vor allem auf die Multiplikatorenwirkung
solcher Veranstaltungen sowohl in der Schüler- wie Lehrerschaft als auch
gegenüber einer schulpolitisch interessierten Öffentlichkeit. Auch hier
gilt das schon im Zusammenhang mit den Polen-Kontakten ausgeführte:
Schulpartnerschaften, Studienreisen und Schüleraustausch müssen nicht nur
sorgfältig konzipiert und vorbereitet werden, sondern sie erhalten einen
endgültigen Wert erst durch eine inhaltlich-kritische Nachbereitung, die
sich i.d.R. wohl auch in Publikationen und Abschlußberichten
niederschlagen wird.
8. Der UNESCO-Club
für die UNESCO-Schule am Maschsee
Der UNESCO-Club wurde an unserer Schule Ende der
80er-Jahre gegründet und zwar auf Anregung des Verbandes der
UNESCO-Schulen in Deutschland, die eine solche Organisationsform
vorschlugen, um die Arbeit im Bereich der UNESCO-Ziele auch über die
Einschränkungen der schulischen Institution und die Beschränkung auf die
Umsetzung im Unterrichtsgeschehen hinaus zu vertiefen. Die Bismarckschule
Hannover ist nun seit über zwanzig Jahren eine UNESCO-Schule. Sie hat sich
seither also selbst den Schwerpunkt gesetzt, im Bereich internationaler
Kontakte und interkultureller Erziehung besonders aktiv zu werden.
In den letzten Jahren hatten wir die Zeit und die
Gelegenheit, diesen Schwerpunkt unserer Arbeit wieder zu reaktivieren und
zu intensivieren und haben eine ganze Reihe von Veranstaltungen und
Projekten in diesem Bereich von unserer Schule her durchgeführt. Dazu
gehören auch und gerade Kontakte zu Partnerschulen in verschiedenen
Ländern der Welt.
Neben den erwähnten Partnerschaften mit Polen und mit
der Türkei sollte dabei aber auch erwähnt werden, dass im Laufe der Jahre
eine ganze Reihe weiterer Kontakte mit ausländischen Schulen und die
Begegnung mit deren Schülerinnen und Schülern und mit den Kolleginnen und
Kollegen unser Schulleben bereichert haben. Ich erinnere dabei an den
Kontakt mit einer Schule in den USA in Degonia, mit der wir mehrere Jahre
lang Partnerschaftskontakt hatten, anschließend mit einer anderen Schule
in den USA in einem kleinen Ort in der Nähe von Chicago, und schließlich
auch mit einer Schule bei Oulu in Finnland und seit kurzem auch mit einer
Oberschule in Chartres in Frankreich, mit der vor allem, vorbereitet im
Französischunterricht, unsere 10. Klassen in Kontakt kommen.
Wir wollen dieses Partnerschaftsmodell mit
Partnerschaften bzw. Schulpatenschaften in weiter entfernten Ländern vor
allem der "Dritten Welt" noch erweitern und ausbauen. So haben wir erste
Kontakte nach Südamerika (Bolivien) im Sinne einer helfenden Partnerschaft
aufgenommen, was allerdings nicht heißt, dass wir dorthin Studienfahrten
machen oder Schüleraustausch machen wollen oder können, denn das wird zu
aufwendig sein. Aber Kontakte werden zumindest auf dem Wege der Post, der
Information und u.U. auch der Unterstützung möglich sein.
Diese "Dritte-Welt-Kontakte" ergänzen sinnvoll unser
UNESCO-Konzept vom "Leben in der Einen Welt", dem auch eine
"Dritte-Welt-Laden" unserer Schülerschaft dient. In diesem, zu bestimmten
Zeiten in der Woche geöffneten "Dritte-Welt-Laden" werden, bezogen von
nichtkommerziellen Großhändlern der Dritte-Welt-Arbeitsgemeinschaften,
"faire" und "umweltfreundliche" Produkte wie Kaffee, Tee, Textilien und
Papierwaren vertrieben. Gewinne werden dem Bolivien-Hilfsprojekt genauso
zur Verfügung gestellt wie Erlöse aus dem Verkauf von selbstgebackenen
Kuchen bei Mitschülern und Kollegen im privaten Rahmen.
Das ist der äußere Rahmen unserer
Partnerschaftsbemühungen, der natürlich, das ist vielleicht damit deutlich
geworden, zunächst noch dem üblichen Denkansatz des Gymnasiums entspricht,
auf der Ebene des (z.B. länderkundlichen oder fremdsprachlich-fachlichen)
Unterrichtesgegenstandes und darauf aufbauend über den Unterricht hinaus
zu arbeiten. Erst im Laufe dieser Diskussion und der Arbeit an diesen
Schwerpunkten tritt dann die zweite Frage in den Vordergrund: Wie sieht es
denn mit interkultureller Erziehung, mit interkulturellen Kontakten an
der Schule selbst aus. Das ist die zweite Ebene, die, und das würde ich
wirklich sagen, prägend für unsere Schulform sein sollte.
Deshalb haben wir den UNESCO-Club gegründet: um
interkulturelles Arbeiten kontinuierlich machen zu können, das im
Schulalltag sonst in den wechselnden Aktivitäten des Unterrichts leicht
abbrechen und unterbrochen werden könnte. Der UNESCO-Club ist zwar ein
eingetragener Verein, aber er repräsentiert und dient der Arbeit der
Schule. Das sollte hier völlig klar sein. Die Rechtsform ist aus äußeren
und finanziellen Gründen so gewählt worden. Was der UNESCO-Club tut, tut
er im Auftrage und auf Beschluss der Schule und im Rahmen der schulischen
Ziele.
[1]
Vorgelegt von Gerhard Voigt, Oberstudienrat [Geographie, Politik,
Geschichte]
an der Bismarckschule Hannover [An der Bismarckschule 5, 30173
Hannover]; Arbeitsschwerpunkte und Veröffentlichungen zu den Themen
Polen, Ungarn, Naher Osten, Islam und Geographiedidaktik (v.a.
Studienfahrten/Projektunterricht), Studienreisen mit Schülern nach
Polen, Ungarn, Türkei, Iran, Naher Osten und Nordafrika, Vorsitzender
des Verbandes der Politiklehrer e.V., Hannover. - Regelmäßige
Mitarbeit in der niedersächsischen Lehrerfortbildung und bei der Nds.
Landeszentrale für politische Bildung
[2]
Der Hauptteil dieser Ausführungen, insbesondere der Teil, der sich mit
den Polenkontakten befaßt, ist entnommen aus: Gerhard Voigt (Laatzen):
Schulpartnerschaften - Konzeption und Durchführung Beispiel:
UNESCO-Partnerschaft Bismarckschule Hannover -5. Liceum, Poznan,
Polen. Vortrag während des Geographentages 1993 in Bochum
[3]
Lothar Nettelmann und Gerhard Voigt, Hrsg.: Internationale
Herausforderungen. Die Bismarckschule stellt ihre UNESCO-Arbeit
vor. Schriftenreihe des UNESCO-Clubs für die UNESCO-Schule am
Maschsee, Bismarckschule Hannover, e.V., Hannover 1992
[4]
Lothar Nettelmann und Gerhard Voigt, Hrsg.: Junge Deutsche und Polen
begegnen sich. Schüleraustausch und Studienreisen. Schriftenreihe
des UNESCO-Clubs für die UNESCO-Schule am Maschsee, Bismarckschule
Hannover, e.V., Hannover 1990
[5]
vgl. z.B. die Vortragstexte über Polen in: Die Wandlungsprozesse in
Osteuropa am Beispiel Polens. Studien und Berichte. Politik
Unterricht Aktuell. Informationen aus dem Verband der
Politiklehrer, Hannover 1/1993
[6]
Marek Dutkowski und Gerhard Voigt: Werftkrise: Krisendynamik und
Raumwirksamkeit. Zeitschrift für Wirtschaftsgeographie. Jg.33,
Heft 3, 1989, S. 136-150. - Gerhard Voigt und Marek Dutkowski: Die
Danziger Werft: Symbol der Krise und der Erneuerung. Praxis
Geographie 4/92, S. 26-30. - Lothar Nettelmann und Gerhard Voigt:
Polen - Nation ohne Ausweg? Eine Einführung in Politik,
Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und Umwelt (Geschichte und Staat Band
274). München 1986 (Olzog)
[7]
Enno Meyer: Grundzüge der Geschichte Polens. Darmstadt 19903
(Wissenschaftliche Buchgesellschaft). - Gotthold Rhode:
Geschichte Polens. Ein Überblick. Darmstadt 19803
(Wissenschaftliche Buchgesellschaft). - Hans Roos: Geschichte
der polnischen Nation 1918-1985. Stuttgart 1986 (Klett)
[8]
F.E.O. Jerzykiewicz-Jagemann: Der Untergang Polens und seine
Erneuerung. Studien zum Geschichtsbild, Heft 22. Göttingen 1967
(Ranke Gesellschaft). - Vgl. dazu [vom gleichen Autor!]: Feo Jernsson:
Polen im Widerspruch. Eine geistig-politische
Landschaftsbeschreibung. München 1987 (Olzog)
[9]
Lothar Nettelmann: Zur Abwehrhaltung der Menschen in Polen gegenüber
dem Sozialismus. In: Politik Unterricht Aktuell 1/93, a.a.O., S.
31-56. - Zu den theoretischen Hintergründen der Politischen Kultur
vgl. u.a. die Zivilisationstheorie von Norbert Elias ["Über den
Prozeß der Zivilisation"] und Krippendorff ["Staat und Krieg"] und
J.J. Smolicz: Verinnerlichte Werte und kulturelle Identität. In:
Volker Nitzschke, Multikulturelle Gesellschaft - multikulturelle
Erziehung? Stuttgart 1982 (Metzler)
[10]
Gerhard Voigt und Lothar Nettelmann: Die Arbeit einer UNESCO-Schule:
z.B. Schulpartnerschaften mit Polen und der Türkei. Oldenburger
Vor-Drucke, Heft 98/90. Oldenburg 1990. - Gerhard Voigt: Schülerreisen
nach Polen. Praxis Geographie 4/92, S. 44 f. - derselbe: Die Praxis
des Schüleraustauschs mit Polen im Rahmen der interkulturellen
Erziehung. Politik Unterricht Aktuell. Mitteilungen aus dem Verband
der Politiklehrer e.V., Hannover 1992, Heft 2/92. - derselbe:
Erfahrungen aus der Praxis des Schüleraustausches mit Polen. In:
Politik Unterricht Aktuell 1/93, a.a.O., S. 20-30
[11]
Werner Treuheit: Interkulturelles Lernen im politischen Unterricht als
Akkulturationshilfe. In: Interkulturelles Lernen. Eine Antwort der
Didaktik der Gesellschaftswissenschaften auf den Realitätsverlust
der politischen Kultur Mitteleuropas. Schriftenreihe des
UNESCO-Clubs für die UNESCO-Schule am Maschsee, Bismarckschule
Hannover, e.V., Hannover 1993. - Werner Treuheit und Hendrik Otten:
Akkulturation junger Ausländer in der Bundesrepublik Deutschland.
Opladen 1986 (Leske + Budrich). - L. Krappmann: Soziologische
Dimensionen der Identität. Stuttgart 19733. - derselbe: Neuere
Rollenkonzepte als Erklärungsmöglichkeit für Sozialisationsprozesse.
In: b:e Redaktion, Hrsg.: Familienerziehung, Sozialschicht und
Schulerfolg. Weinheim 1971
Textfassung: 09.04.1994
Internetpublikation: 04.12.2011