Udo Waßmann
Schulpartnerschaften mit
den USA
– LIVONIA –
Seit 1979 liefen die Vorbereitungen über den
Europäischen Austauschdienst zur Verwirklichung einer Schulpartnerschaft
mit einer Schule in den USA. Schülerinteresse war vorhanden und während
der Osterferien 1980 machten sich 15 Schülerinnen und Schüler mit mir auf
den Weg nach Livonia, Michigan.
Für drei Wochen hatte Lynn Haire, Deutschlehrerin an
der Bentley High School, ein Aufenthaltsprogramm für uns organisiert.
Wichtigster Punkt war die Teilnahme am
Schulunterricht und das Erlebnis der anderen Unterrichtssituation. Daneben
waren Ausflüge in die Umgebung eingeplant, die uns nach Detroit, Ann Arbor,
Lansing und sogar bis Toronto und Niagara Falls führten. Zu diesem
Bereich, der der Gruppe interessante Eindrücke vermittelte, gehörte auch
der Aufenthalt in New York.
Trotz der vermeintlich kurzen Zeit von drei Wochen
ergaben sich in den Familien intensive, freundschaftliche Kontakte, die
durch die offene, freundliche Art der amerikanischen Gasteltern gefördert
wurden. Die Tränen am Flughafen waren lebhaftes Zeugnis.
Der Gegenbesuch in Hannover fand im Sommer statt und
die angebahnten Kontakte konnten ausgebaut werden. Auch hier gab es ein
Ausflugsprogramm in die Umgebung, sowie eine dreitägige Fahrt nach Berlin.
Nachdem die in solchen Dingen allmächtige „school-board“
durch gutes Zureden auch unsererseits bewegt werden konnte, dieses
Programm auch weiterhin zu unterstützen und zu genehmigen, konnte der
Austausch in den folgenden Jahren fortgesetzt werden. Dabei waren dann
alle vier High Schools in Livonia betroffen und alle dortigen
Deutschlehrer beteiligt.
1981 und 1982 wurden die Austauschfahrten noch von
mir bzw. auf amerikanischer Seite von Lynn Haire und Rosemarie Anderson
betreut. Dieses Programm war damit voll in die Schulaktivitäten
integriert.
– BROCKPORT HIGH SCHOOL –
Was lange währt, wird endlich was – so könnte das
Motto dieser für die Bismarckschule neuen Schulpartnerschaft lauten.
29jährige Kontaktpflege- geknüpft 1962 als ich als
erster Austauschschüler ein Schuljahr an der Brockport HS verbrachte - und
eine fast einjährige Vorbereitungszeit mit regem Briefwechsel führten
während der Osterferien 1991 zur Schulaustauschfahrt zu unserer neuesten
Partnerschule in Brockport, N.Y. Für Brockport war es die erste
Austauschgruppe, die an die Schule kam.
Schoolboard und Superintendent in Brockport, sowie
Gesamtkonferenz und Bezirksregierung in Hannover hatten dem Vorhaben
zugestimmt, Schülerinteresse war vorhanden, für die organisatorische
Durchführung (günstige Flugtickets) konnte das Experiment in International
Living eingespannt werden. Unterstützung kam auch vom GAPP (German
American Partnership Program), einer Abteilung des Pädagogischen
Austauschdienstes.
Fast hätten dann noch politische Ereignisse zumindest
den Gegenbesuch der amerikanischen Gruppe verhindert. Doch der Golfkrieg
war glücklicherweise rechtzeitig vorbei und alles konnte wie geplant
stattfinden.
In Brockport hatte der Deutschlehrer, Herr Dr.
Kayser, nette Gastfamilien gefunden, in der Schule für offene Türen und
Ansprechpartner gesorgt, sowie ein Ausflugsprogramm erstellt. 11
Bismarckschüler/-innen der Klassenstufe 11 bis 13 konnten Rochester
kennenlernen, das Corning Glass Center besichtigen und Niagara Falls
sehen.
Den Abschluß unserer Fahrt bildete ein dreitägiger
Aufenthalt in Toronto mit Theaterbesuch, Besichtigungen und Freizeit. Nach
nur einer Woche Verschnaufpause hießen wir die amerikanische Gruppe in
Hannover willkommen. Auch hier gab es neben Familienaufenthalt und
Schulbesuch ein Besichtigungsprogramm. Hameln und Hamburg wurden erkundet,
hannoversche Museen besucht.
Eine Tagesfahrt führte uns nach Wolfenbüttel,
Wernigerode und Quedlinburg. Die Gruppe verbrachte auch noch drei Tage in
Berlin. Die zeitliche Nähe des Gegenbesuches machte diesen Austausch sehr
inten¬siv. Trotz der damit verbundenen Hektik, die nicht bestritten werden
kann, glaube ich, daß es sich dabei um eine gute Sache handelt. Für die
betreffenden Partner gab es keine Anlaufschwierigkeiten - man machte
einfach weiter!
Im Zweijahresrhythmus soll dieser Austausch
fortgeführt werden und damit, alternierend, den Austausch mit North Boone,
Ill. ergänzen. Für Bismarckschüler besteht damit in jedem Jahr
Gelegenheit, eine Schule in den USA zu besuchen.