Udo Waßmann
THIMUN - AG
Seit 1988 ist die Bismarckschule in der
internationalen Politik vertreten. Eine Schülerdelegation beteiligt sich
regelmäßig an der THIMUN-Woche in Den Haag. Die Abkürzung steht für The
Hague International Model United Nations.
Das Haager Congresgebouw ist in der letzten
Januarwoche fest in Schülerhand. Etwa 2000 Jugendliche aus über 65
Nationen treffen sich dort zu einem großen Rollenspiel und versuchen, als
Jungdiplomaten, Lösungsvorschläge für die Probleme der Welt zu finden.
Alle UN-Mitgliedsländer sowie die offiziellen
Beobachter sind durch Schülerdelegationen vertreten. Die Themenbereiche in
den 14 Komitees sind an die Herbstvollversammlung der UNO in New York
angelehnt und bedürfen dringender Lösung. Dabei geht es zum Beispiel um
folgende Probleme: Apartheid / Folter / Regenwald / Zypernfrage / Rolle
des Internationalen Gerichtshofes / Ozonloch / Kinderarbeit /
Atomwaffenfreie Zone / Drogenhandel / Giftmüll.
Dieser Themenkatalog stellt natürlich nur eine kleine
Auswahl der Problembereiche dar, mit denen sich die Schüler während der
Vorbereitungsphase befassen müssen. Dabei sind auch Themen möglich, die
unsere Schüler vielleicht nicht so direkt berühren: Die religiöse
Verfolgung der Baha'i.
8-14 Delegierte können die Reise nach Den Haag
antreten, wobei sich jeder ein Komitee aussucht und sich dafür auf zwei
Themenbereiche, die im Oktober bekanntgegeben werden, vorbereitet.
Vorgefertigte Resolutionen, die sprachlich und formal die vorgegebenen
Normen genau erfüllen müssen, sind mitzubringen. Mit anderen Delegierten
sind diese Resolutionen abzusprechen, mit dem Ziel, möglichst breiten
Konsens herzustellen, was für die Debatte im Komitee und in der
Vollversammlung hilfreich wäre. Und damit geht der Spaß, die Aufregung,
der Lerneffekt, das (Miß)erfolgserlebnis und die Schwierigkeit los: Die
gesamte Veranstaltung findet in englischer Sprache statt! Gegenüber den
etwa 1000 Amerikanern und mehreren hundert englischen Muttersprachlern
(Briten, Iren, Australier etc.) haben unsere Schüler natürlich einen
schweren Stand – den sie aber immer gut gemeistert haben.
Die zu vertretenden Länder waren den Delegationen
zugelost worden und sind ab Oktober bekannt. Wir hatten bisher Togo,
Neuseeland, Türkei und Dänemark zu vertreten. Dieses Hineinversetzen in
die offizielle Politik eines anderen Landes, selbst wenn sie einem stark
widerstreben sollte (z.B. könnte eine amerikanische Schule den Irak zu
vertreten haben), ist von größter Wichtigkeit.
Die Auseinandersetzung mit anderen Standpunkten und
Kompromißbereitschaft sind sicherlich hervorragende Tugenden, die von den
Schülern gezeigt werden müssen. Gesprächsbereitschaft und das Befolgen der
freiwillig auferlegten Regeln für den Debattenablauf gehören ebenso dazu.
In der Lobbyingphase (Dienstag/Mittwoch) geht es
darum, möglichst breite Zustimmung in Absprache mit „verbündeten“ Ländern
für einen Resolutionsentwurf, der vielleicht völlig umgeschrieben werden
muß, zu erwirken. In der Komiteesitzung (Donnerstag) geht es in formeller
Debatte darum, den Resolutionsentwurf „durchzubringen“, d.h. ihn in die
Tagesordnung der Vollversammlung (Freitag/Sonnabend) aufzunehmen, wo
formell debattiert und abgestimmt wird. Eine aktuelle Krisensituation muß
während der Vollversammlung auch noch gemeistert werden.
Eine sichere Gelegenheit, das Mikrofon zu ergreifen,
hat der Delegierte, der die Eröffnungsrede (eine Minute je Land) am
Mittwoch hält – vielleicht vor weit über 1000 Zuhörern!
Die Veranstaltung in Den Haag wird von Schülern, die
sich vorher um die betreffenden Posten bewerben, geleitet. Unterstützung
finden sie in der Security Guard (Schüler), die auch schon mal einen
aufmüpfigen Schüler oder einen uneinsichtigen Lehrer des Saales verweisen.
Diesen Anordnungen ist Folge zu leisten. Gutes Benehmen und offizielle
Kleidung (Kleid bzw. Jackett plus Krawatte) sind Pflicht.
War 1988 die Bismarckschule nach dem Gymnasium
Wentorf die zweite deutsche Schule, die sich an THIMUN heranwagte, so ist
in diesem Jahr die Zahl schon auf sieben gestiegen. Wir befinden uns in
bester Gesellschaft mit Schulen aus Amman, Kairo, Caracas, Paris,
Stockholm, Dublin, Reykjavik, Sidney, Nairobi, Johannesburg, San Diego,
Rom, Wien und vielen anderen. Die Internationalität der Veranstaltung ist
wahrlich beeindruckend.
Medienreaktionen auf die THIMUN-Aktivitäten der
Bismarckschule hat es bisher in Schülerzeitungen, Bildzeitung, HAZ, Radio
FFN und der NDR-Plattenkiste gegeben.
Die THIMUN-Aktivitäten passen sicherlich sehr gut in
die Erziehungsziele einer UNESCO-Projekt- Schule und dem bisherigen
Interesse nach zu urteilen, ist eine ausreichende Akzeptanz gegeben. Es
ist zu hoffen, daß das auf Schülerseite so bleibt.
Von offizieller Stelle wird dieser Beitrag zur
Friedenserziehung leider nicht gefördert. Aus dem Kultusministerium kommen
gute Wünsche, verbunden mit der Mitteilung: In Anbetracht der angespannten
Haushaltslage ist auch nicht damit zu rechnen, daß künftige
Haushaltsmittel für derartige Zwecke eingesetzt werden können.“
Umso mehr ist dem Förderverein zu danken, der sich
finanziell engagiert, damit die Kosten für die Schüler etwas gesenkt
werden können. Ebenso ist Dank auszusprechen für die zweckgebundenen
Spenden. Insbesondere namhafte Beträge der Kreissparkasse und der
Stadtsparkasse haben zur Kostensenkung beitragen können.
Committee: Infants, Children and Youth
Question of: THIMUN-participation
Submitted by: THIMUN-group Bismarckschule
The MUN-advisor of
Bismarckschule
Realizing the educational
value of THIMUN-participation,
Fully believing in the
ability of trained students to find solutions to existing world problems,
Recalling previous
THIMUN-participations of the above mentioned submitter,
Willing to advise und
train more students curricular necessities permitting,
1. Urges more
students to show interest in such training;
2. Acknowledges
existing difficulties in timing regular assistance at such training
sessions but is optimistic about the solution of such problems;
3. Affirms that the
aims of THIMUN are fully in accor dancce with the educational aims of a
UNESCO-projekt-school;
4. States that a
profound knowledge of English is helpful for THIMUN but is not an absolute
prerequisite for the participation therein;
5. Expresses his hope
that annually Bismarckschule can be represented in delegation size in The
Hague to participate in the aforementioned conference;
6. Congratulates all
BS delegates to previous THIMUN sessions an their assiduity, efforts and
achievements;
7. Thanks all donors
for their financial allowances to this project and hopes for continuing
future support.