Udo Waßmann
Experiment in
International Living
Seit 1978 besteht eine Zusammenarbeit zwischen der
Bismarckschule und dem Experiment e.V., gemeinnützige Vereinigung für das
Zusammenleben der Völker. EIL ist beratendes Mitglied der UNESCO und
bietet Programme im Bereich des interkulturellen Lernens an. Hauptziel ist
es, Menschen in fremden Ländern Familienaufenthalte zu vermitteln, die in
erheblichem Maße beitragen, Land und Leute besser kennen und schätzen zu
lernen.
In jeder angebotenen Programmform waren bisher
Bismarckschüler, Lehrer und Eltern beteiligt.
Begonnen hat die Zusammenarbeit mit einer Nachfrage
nach dem International High School. Program. Mehrere
Bismarckschüler konnten dadurch ein Schuljahr in den USA verbringen; es
gab sogar eine Absprache, bei geeigneten Bewerbern einen Platz in dem
recht kleinen Kontingent für Bismarckschüler zu reservieren.
Seit 1983 ist dieses Programm um das PPP (Parlamentarisches
Patenschaftprogramm) erweitert worden, das Schülern einen
USA-Aufenthalt auf Stipendienbasis durch den Deutschen Bundestag
ermöglicht. Die Vorauswahl der Bewerber im Wahlkreis 37 (Hannover Stadt)
erfolgt durch den Verfasser mit Unterstützung einiger Bismarckschüler, die
einen USA Aufenthalt erfolgreich absolviert haben. In einem Fall konnte
aufgrund dieser Zusammenarbeit sogar eine Arbeitsstelle im EIL-Büro
vermittelt werden.
Zweimal haben bisher Eltern eine PPP-Schülerin aus
den USA für ein Jahr bei sich aufgenommen, die dann die Bismarckschule
besuchte.
Gruppenprogramme haben für EIL eine besondere
Bedeutung – an der Bismarckschule konnten schon mehrere Gruppen einen
Familienaufenthalt verbringen,
1978 - Schüler aus den USA
1980 - Sekretärinnen aus Mexiko
1982 - Studentinnen aus den USA
1984 - Schülerinnen aus der franz Schweiz
1985 - Japanerinnen (Interessensschwerpunkt:
Bildungswesen) (die „Farewell Party“, in alter EIL-Tradition ein Abend für
die Gastgeber, ausgerichtet durch die Gäste, glich einer
Folklore-Veranstaltung!)
985 - japanische Eisenbahner
(36 an der Zahl! Auch diese Farewell Party für über
120 Personen wird keiner vergessen.)
1987 - japanische „social workers“
(Sie wurden mit einem entsprechenden Programm in
unsere Projektwoche integriert. Asylantenwohnheim und Strafvollzugsanstalt
wurden besichtigt und alle Beteiligten waren sich einig, welche
„Heimstätte“ vorzuziehen sei! DROBS, Freizeitheim und Seniorenheim wurden
ebenso besucht, ehe sich herausstellte, daß mit „social workers“
Stadtangestellte gemeint waren)
1988 - Forstarbeiter aus Großbritannien, zumeist
Schottland (eine trinkfeste und -freudige Truppe!)
Zwischenzeitlich konnten Familienaufenthalte für
Studenten verschiedener Nationalität vermittelt werden (z.B. Polen, Iran,
Taiwan, Korea etc.) ebenso für afrikanische Deutschlehrer. Seit 1984
kommen mit „Elderhostel“ amerikanische Senioren zu einem Seminar mit
anschließendem Familienaufenthalt. Nicht nur die Gastfamilien konnten von
den Berichten dieser Experimenter über ihre jeweiligen Herkunftsländer
profitieren, auch unseren Klassen standen sie Rede und Antwort.
Seit 1988 kommt regelmäßig Ende August eine
Studentengruppe der Doshisha Universität, Kyoto an die Bismarckschule. Wie
für alle Gruppen gibt es auch hier ein Besichtigungsprogramm,
Unterrichtsbesuch und gemeinsame Veranstaltungen mit den gastgebenden
Schülern und Eltern.
Insgesamt konnten bisher etwa 300 Experimenter im
Bereich Hannover in eine Gastfamilie vermittelt werden und dabei
Lebensgewohnheiten und Denkweisen der Gastgeber intensiv erleben. Die
Mehrheit davon kam in Verbindung mit der Bismarckschule und hat bei uns
internationale Akzente gesetzt. Allen bisherigen und zukünftigen
Gastgebern sei hiermit recht herzlich gedankt. Ohne ihr großes Engagement
wäre diese internationale Vielfalt bei uns nicht möglich.
Aber auch Ausreisemöglichkeiten mit EIL wurden von
unseren Schülern wahrgenommen, z.B. Gruppenreisen nach England und den
USA. Aufgrund der engen Zusammenarbeit zwischen EIL und der Bismarckschule
ist es im vergangenen Jahr zu einer Übereinkunft über eine moderate
Rabattregelung für Schüler unserer Schule gekommen.
Eine Schülerin hat nach dem Abitur durch EIL eine
einjährige Au-Pair-Stelle in den USA erhalten.