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UNESCO-Club für die UNESCO-Schule am Maschsee
Bismarckschule Hannover e.V.
Interkulturelles Lernen - Schulpartnerschaften - Patenschaften - Studienfahrten - Projekte

 

 

Dr. Portzek

Ein Rückblick in die sechziger Jahre: UNESCO-Arbeit im Jahresplan einer Schule

Bismarckschule Hannover, Schuljahr 1963/64 Berichterstatter: StR Dr. Portzek

1. Im Mittelpunkt der UNESCO-Arbeit standen wieder die Unterrichtsversuche.

Gemäß einem allgemeinen Konferenzbeschluß wurden die Versuche auch in diesem Jahr in den 9. und 12. Klassen durchgeführt:

9 a Polen

9 b Polen

9 c Südafrik. Union

l2mf Japan

12sf Jugoslawien

12ml Indien

12s1 Südafrik. Union

2. An Hilfsaktionen wurden veranstaltet:

a)       Verkauf von UNESCO-Postkarten und UNESCO-Marken,

b)       Sammlung von Brillen und Gläsern für Indien (über Lions-Club),

c)       Sammlung von Heften und Bleistiften für Columbien (über Lions-Club),

d)       Werbung für den UNESCO-Kurier.

3.       Lehrer und Schüler besuchten Tagungen:

3. bis 7.5.1963, Heideheim Bissendorf, Nieders. Arbeitskreis f. UNESCO-Fragen:

Probleme der Entwicklungshilfe, 2 Schüler.

20. bis 24.11.1963, Heide heim Bissendorf, Nieders. Arbeitskreis f. UNESCO-Fragen: Lateinamerika, 2 Schüler.

14. bis 15.12.1963, Heideheim Bissendorf, Deutsche UNESCO-Komm.: Europa und die Entwicklungsländer, 1 Schüler.

26. bis 31.12.1963, Marly-le-Roi, Arbeitstagung der franz. UNESCO-Clubs: Deutschland, 1 Schüler.

3. bis 8.4.1964, La Baule, Jahrestagung der franz. UNESCO-Clubs: 1 Lehrer, 1 Schüler.

4.       Folgende Klassen haben Auslandsfahrten unternommen:

13m1: Südtirol, Italien;

12m1: Perpignan, Frankreich;

Schüler mehrerer Klassen: Bristol, England.

5.       Verschiedenes

a)       Die Oberstufenklassen besuchten eine Ausstellung afrikanischer Kunst aus Tanganjika.

b)       Die Schule betreute: Miss Thangam (Indien) Ende April 1963; M. K. E.W. Dadzie (Mauretanien) u. Mr. A. P. Kup (z.Z. Sierra Leone) Ende Mai 1963

c)       Mit dem Studienkolleg Hannover wurde veranstaltet:

Bismarckschüler als Gäste des Studienkollegs zur Adventfeier, Dezember 1963,

Einladung von Teilnehmern des Studienkollegs in unser Landheim am 25.1.1964,

Teilnahme von 7 Schülern an der Berlinfahrt des Studienkollegs vom 19. bis 26.3.1964.

Es ist klar, daß die hier folgenden Hinweise nicht allgemein verbindlich sein können und wollen. Eine erfolgreiche Arbeit hängt vom guten Willen aller Beteiligten - Direktor, Lehrer und Schüler - ab. Unsere Überlegungen sind immer davon ausgegangen, wie bei möglichst geringem Aufwand an Geld und an Zeit eine größtmögliche Wirkung erreicht werden kann.

Zu 1. Aus der langjährigen Versuchsarbeit ist das Kollegium der Bismarckschule in Übereinstimmung mit Stellungnahmen der Schüler zu folgenden Ergebnissen gekommen: Die Unterrichtsversuche werden in Klasse 9 (0 BI) und Klasse 12 (U I) durchgeführt. Auf diese Weise nehmen die Abgänger nach Klasse 10 einmal, die anderen Schüler zweimal während ihrer Schulzeit an einem Unterrichtsversuch teil; Klasse 9 wurde gewählt, um nicht das Erreichen eines gewissen Abschlusses in Klasse 10, vor allem in Geschichte und Gemeinschaftskunde, zu stören - Klasse 12, um nicht die Vorbereitung zum Abitur zu behindern. Die Dauer der Versuche sollte, je nach Thema, in Klasse 9 nicht länger als 14 Tage, in Klasse 12 nicht mehr als 3 Wochen betragen (etwa 30 Unterrichtsstunden). Konzentrierte Arbeit in einem kurzen Zeitraum hat sich am erfolgreichsten erwiesen. Sehr bewährt und daher wieder geplant ist ein gemeinsame Unterricht, d.h. ein besonderer Stundenplan für die Zeit von 2 Wochen mit 2 bis 4 UNESCO-Stunden täglich, nach dem es möglichst allen am Unterrichtsversuch einer Klasse beteiligten Lehrern ermöglicht wird, die Stunden des Kollegen zu besuchen. Das kann eine Mehrbelastung der nicht an den Versuchen beteiligten Lehrern bedeuten, die allerdings nicht durch Vorbereitungen in Anspruch genommen waren. Als Zeitpunkt scheint die Zeit kurz vor den Osterferien am günstigsten zu sein: Lehrer und Schüler kennen sich gut, die Klassenarbeiten sind geschrieben, die Schüler können sich während des Schuljahres durch Lesen, Vorträge, Rundfunk, Fernsehen, Film auf das Thema einstimmen und vorbereiten. Für die Gesamtplanung innerhalb der Klasse ist der Lehrer für Gemeinschaftskunde verantwortlich. Das ist nicht zufällig. Meinen wir doch, daß Gemeinschaftskunde sinnvoll durch Themen aus den Unterrichtsversuchen bereichert werden kann.

Zu 2. Es hat sich erwiesen, daß Hilfsaktionen für Entwicklungsländer immer erfolgreich sind, wenn die Schüler wissen, für wen und für welchen Zweck sie sammeln oder wirken.

Zu 3. Der Besuch von Tagungen mit UNESCO-Themen für nach Möglichkeit gut oder befriedigend stehende Schüler ist nicht nur fruchtbar für die betreffenden Schüler selbst, denn der Unterrichtsausfall wird weitgehend aufgehoben, sondern ihre besondere Kenntnis eines bestimmten Themas ist zugleich fruchtend für den Unterricht und eine Hilfe für den Lehrer.

Zu 4. Von unseren Auslandsfahrten hatte den nachhaltigsten Erfolg bisher die, die unter folgenden Voraussetzung stattfand:

1.       Vorbereitung eines gleichen Themas (in diesem Fall im Fach Geschichte) beider Partner vor dem Zusammentreffen,

2.       Vortragen und Diskussionen des Themas beim Zusammenkommen,

3.       Sprachliche Verständigungsmöglichkeit,

4.       Unterbringung in den Familien der Schüler,

5.       Zeitliche Ausgewogenheit von gemeinsamen Veranstaltungen und Freizeit.

Zu 5. An jedem Ort sind andere Bedingungen, mit Menschen, besonders aus den Entwicklungsländern, zusammenzukommen. Hier muß die Eigeninitiative den rechten Weg finden. In Hannover haben wir die Möglichkeit, durch Mitglieder des Studienkollegs - einjähriger Vorbereitungskurs für ausländische Studenten für das Studium an einer deutschen Hochschule - junge Menschen aus aller Welt zu treffen. Bewährt haben sich zwanglose Zusammenkünfte, bei denen die menschlichen Probleme intensiver und die politischen Probleme offener besprochen werden.

Internationale Herausforderungen. Herausgegeben. von Lothar Nettelmann und Gerhard Voigt -
Hannover: UNESCO-Club für die UNESCO-Schule am Maschsee, Bismarckschule Hannover e.V. (An der Bismarckschule 5, Hannover) (Schriftenreihe des UNESCO-Clubs für die UNESCO-Schule am Maschsee, Bismarckschule Hannover e.V.)

Internetausgabe: 14.11.2011

 

 

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Gerhard Voigt, OStR i.R. - Kontakt vgl. Impressum

bismarckschule.voigt@gmx.de

Bearbeitungsstand: 25. 07 2005.

Letzte Bearbeitung: 06.01.2011

 

 

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Bearbeitungsstand: 05.12.2011