Lothar Nettelmann
...die Idee
Der UNO-Gedanke wurde geboren, um einen neuen
Weltkrieg zu verhindern. Die UNESCO sollte helfen, daß vor allem junge
Menschen zueinander finden. Hieraus entstand unsere Motivation.
'Gegenseitig kennenlernen, miteinander leben, gemeinsam und voneinander
lernen', dies könnten die Leitgedanken der Lehrer der Schüler und Lehrer
der Bismarckschule gewesen sein.
Der Kalte Krieg ist endlich beendet. Ist auch die
selbstgestellte Aufgabe erfüllt worden? Wie war es in den fünfziger,
sechziger, siebziger und achtziger Jahren? Welchen Spielraum gewährte der
Schulalltag dem UNESCO-Gedanken? Inwieweit ließ sich dieser in das
schulische Leben einbeziehen? Wir meinen, es ist jetzt an der Zeit,
zurückzublicken und die Ergebnisse zu betrachten.
Die Voraussetzungen für unsere Arbeit haben sich
gewandelt, die Rahmenbedingungen wurden neu gesetzt. Die Aufgabe wird
ständig neu durchdacht, formuliert und gestaltet. Unser grundlegendes
Motiv, dem UNESCO-Gedanken verpflichtet pädagogisch zu wirken, bleibt als
Paradigma erhalten.
Die Zäsur der Jahre 1989/91 hat die politische
Konfrontation in Europa aufgehoben. Vielleicht haben wir an der
Bismarckschule – bewußt und unbewußt – ein wenig dazu beigetragen.
Die Berichte, Meinungsäußerungen, Reflektionen und
Wiederspiegelungen subjektiver Empfindungen sollen auch ein Dokument dafür
sein, daß Schule deutlich mehr darstellt als das Ziel, am Ende ein
Zertifikat zu erwerben. Zu dem gesamten Bild dessen, was Schule sein kann,
möchten wir einige Mosaiksteinchen beigetragen. Die Idee, unsere
Dokumentation anzufertigen reifte im Verlauf der letzten Jahre.
Unser früherer Kollege Dr. Kurt Doß, der in den
fünfziger und sechziger Jahren maßgeblich zur Konzeption der
UNESCO-Modellschulen beigetragen hatte, war zunächst gern bereit, einen
Bericht über den Beginn der UNESCO-Arbeit an der Bismarckschule zu
schreiben. Leider war es ihm nicht mehr möglich, seine Zusage zu erfüllen.
Die Vielfalt der Berichte kann nicht die gesamte
Facette der UNESCO-Arbeit von Schüler(-innen), Lehrer(-innen) und
engagierten Müttern und Vätern abdecken.