Lothar Nettelmann
Ausblick
Eine Ausweitung der Berichte, die als Abbild
geleisteter Arbeit gilt, erübrigt sich. Jeder Aufsatz ist in sich
geschlossen, jeder Gedanke steht für sich. Aus der Summe der vielfältigen
Gedanken resultiert das Gesamtbild.
Folgende Feststellungen lassen sich ableiten:
Erstens: Die UNESCO-Arbeit muß fortgeführt
werden: Bedarf und Motivation liegen vor, z.B. ...Polen, Türkei, USA. Die
Bedingungen verändern sich stetig und werden differenzierter. Die
Zusammenhänge stellen ein zunehmend kompliziertes Geflecht dar.
Zweitens: Ein Teil der Arbeit ist beendet:
Holland, Finnland. Andere Ansätze werden unter neuen Ansätzen
weitergeführt: z.B. England und Frankreich. Wir haben es dabei mit neuen
Akzentsetzungen und Schwerpunktverlagerungen zu tun. Manchmal ergeben sich
zeitweilige Aktivitäten: z.B. Portugal oder Italien (?).
Drittens: Die bisherige politische Motivation
hat sich mit dem Ende des Kalten Krieges erübrigt. Neue und z.T. alte
Motivationen kristallisieren sich heraus. Historisch gewachsene
Problemlagen in benachbarten Ethnien und Nationen fordern neue Antworten,
Besinnungen und gemeinsames Handeln heraus.
Viertens: Als Folge des Abbaus
innereuropäischer Grenzen ergeben sich in zunehmendem Maße Berührungen mit
ferneren Kulturräumen. Die daraus ableitbaren Chancen gilt es im Sinne des
UNESCO-Gedankens zu nutzen. Wir befinden uns schon mittendrin und nehmen
Sinn und Wert wahr. Gewissen jüngsten Negativerscheinungen gilt es
entgegenzuwirken. Einem Prozeß tendenzieller Inhumanität muß UNESCO-Arbeit
positiv gegenüberstehen!
Fünftens: Kulturelle Berührungen entstehen
nicht nur aufgrund freiwilliger Entscheidungsprozesse – sie sind oftmals
Folgen zunehmender ökonomischer Divergenzen. Die politischen sind durch
zunehmend ökonomische Spannungen abgelöst worden. UNESCO-Arbeit bedeutet
in diesem Zusammenhang: eine Sensibilität zu entwickeln für die
Wahrnehmung neuer Bedrohlichkeit. Dies kann zur Voraussetzung werden für
künftiges verantwortliches Handeln. Wir tragen dazu bei im Geltungsbereich
von Bildung und Erziehung der UNESCO – also weltweit.