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UNESCO-Club für die UNESCO-Schule am Maschsee
Bismarckschule Hannover e.V.
Interkulturelles Lernen - Schulpartnerschaften - Patenschaften - Studienfahrten - Projekte

 

 

Horst Meier-Wiedenbach

... die Niederlande

Liebe Bismarckschule!

Was soll, was kann man nach fast 25 Jahren noch berichten über etwas, das schon seit vielen Jahren nicht mehr besteht.

Was ist an einem Schüleraustausch besonderes, der zwar über Jahre erfolgreich verlief, aber doch nur eine Folge von Ereignissen war, die es vorher schon und seither immer wieder in dieser oder ähnlicher Form gegeben hat. - Ich spreche von dem Schüleraustausch mit den Niederlanden, genauer gesagt, von dem Schüleraustausch zwischen Klassen der Bismarckschule und des Caland-Gymnasiums in Rotterdam. Ich weiß nicht mehr, wie lange diese Verbindung aufrecht erhalten wurde und, als ich die Schule 1972 verließ, noch bestand. Eigentlich kann ich nur davon erzählen, davon, wie alles begann.

Schon seit längerer Zeit durfte sich - ich weiß nicht, wie es dazu gekommen war - die Bismarckschule UNESCO-Schule nennen, eine der wenigen im Lande Niedersachsen. Aufgrund dieser Tatsache wohl, erhielt die Schule eine Einladung zur Teilnahme an einer „Deutsch-Niederländischen Kulturwoche“ in Bentheim an der niederländischen Grenze, organisiert von der Botschaft der Niederlande und dem Land Niedersachsen. Die Veranstalter hatten, wie wir später erfuhren, mit Bedacht u.a. Schulklassen eingeladen, die aus Städten vergleichbarer Größe stammten und die im 2. Weltkrieg in starkem Maße unter dem Bombenkrieg gelitten hatten: Rotterdam und Hannover.

Wir, die Klassen 11ml und 11sl mit den Klassenlehrern Dr. Kittler und Meier-Wiedenbach, wollten ohnehin unsere Studienfahrt in die Niederlande planen, und so fiel es uns leicht, das Angebot anzunehmen und damit zwei Erlebnisse miteinander zu verbinden.

In jenen Tagen, vom 4. - 6. September 1966, begegneten wir uns in Bentheim, wir, die Klassen der Bismarckschule und die des Caland-Gymnasiums, und es hätte dabei bleiben können, und es wäre das gewesen, was es ja sein sollte, ein Beitrag zu dem Bemühen „ein Baustein für Europa“ zu sein.

Es blieb jedoch nicht bei den' öffentlichen Veranstaltungen, bei Dichterlesung en bei Vorträgen und einem Forumsgespräch „Europäische Jugend“, an der die Schüler (es gab damals an der Bismarckschule nur Schüler) regen Anteil nahmen. Das gemeinsame Domizil in der Jugendherberge gab Möglichkeiten zu direkten persönlichen Gesprächen und erstem Verstehen. Richtunggebend für die Tage, die dann folgten, wurde die Bereitschaft der Kollegen aus Rotterdam, uns dort in ihrer Schule zu empfangen.

Die Fahrt in die Niederlande, vom 7. - 11. September 1966, bekam dadurch einen neuen Akzent, der wohl auch das größte Gewicht gehabt hat. Gewiß waren Den Haag, Rotterdam und Amsterdam Städte, die für jeden von uns ihren besonderen Reiz hatten - Den Haag, die Residenz zwischen Meer und Dünen, Rotterdam, die modern wieder aufgebaute Hafenstadt, Amsterdam, die Stadt der Grachten und Museen. Natürlich promenierten wir in Scheveningen am Strand. Natürlich waren auch damals schon die Gammler und die Mädchen in Amsterdam ein nervenprickelndes Erlebnis für manchen. Aber ich glaube doch, daß das Wiedersehen – denn nun war es ja schon ein solches – mit den Schülerinnen und Schülern in Rotterdam in ihren Klassenräumen und teilweise auch bei sich zu Hause, der Höhepunkt der Reise war. Man saß sich zunächst noch verlegen gegenüber, aber das Vertraute der Unterrichts-und Schulatmosphäre nahm bald die Hemmungen, und man sprach ungezwungener. Man konnte miteinander sprechen, denn die niederländischen Schüler, bei denen wir waren, hatten Deutsch als eine der beiden Fremdsprachen, und es war erstaunlich, wie gut sie diese Sprache beherrschten.

Das ist übrigens ein wesentlicher Grund gewesen, daß wir nach diesem Treffen die Verbindung halten wollten. Nicht nur das Interesse an den Sehenswürdigkeiten dieses Landes, sondern vor allem die Bereitschaft, die auch von den betroffenen Kolleginnen und Kollegen in der Bismarckschule mitgetragen wurde, den niederländischen Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zu eröffnen, in deutschen Familien ihre deutschen Sprachkenntnisse zu vertiefen und zu erweitern, hat dazu geführt, daß über die Jahre hin, auch als es schon viel „attraktivere“ Ziele gab, dieser Schüleraustausch aufrechterhalten wer-den konnte.

Inzwischen sind Jahre vergangen. Noch zweimal war ich als Klassenlehrer mit einer 11. Klasse in Rotterdam. Ich weiß nicht, ob sich daraus zwischen Schülerinnen und Schülern Freundschaften ergaben haben. Zum Caland-Gymnasium habe ich keine Beziehungen mehr. Aber mit zwei Kollegen – beide nicht mehr in Rotterdam – bin ich noch heute in engem Kontakt, und besonders mit Carl Driessen und seiner Familie verbindet mich eine herzliche Freundschaft. Wir besuchen uns gegenseitig regelmäßig, und im Sommer werden wir wieder zusammen sein.

Sicher hat das nichts mehr mit UNESCO zu tun. Aber warum muß alles immer einen großartigen Rahmen haben. Wichtig ist doch nur, daß sich Menschen finden und verstehen, auch über die engen nationalen Grenzen hinweg.

Mit freundlichem Gruß!

Horst Meier-Wiedenbach

31.03.1991

Internationale Herausforderungen. Herausgegeben. von Lothar Nettelmann und Gerhard Voigt -
Hannover: UNESCO-Club für die UNESCO-Schule am Maschsee, Bismarckschule Hannover e.V. (An der Bismarckschule 5, Hannover) (Schriftenreihe des UNESCO-Clubs für die UNESCO-Schule am Maschsee, Bismarckschule Hannover e.V.)

Internetausgabe: 14.11.2011

 

 

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Gerhard Voigt, OStR i.R. - Kontakt vgl. Impressum

bismarckschule.voigt@gmx.de

Bearbeitungsstand: 25. 07 2005.

Letzte Bearbeitung: 06.01.2011

 

 

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Ab 2007 als Vorsitzender: Stefan Schulze-Brüggemann
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