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URL: http://www.unesco-club-hannover.de
UNESCO-Club für die UNESCO-Schule am Maschsee
Bismarckschule Hannover e.V.
Interkulturelles Lernen - Schulpartnerschaften - Patenschaften - Studienfahrten - Projekte

 

 

Dr. Edgar Kalthoff

Meine Arbeit an der Bismarckschule

Als ich Ostern 1962 zur Bismarckschule versetzt wurde, erlebte ich schon nach wenigen Wochen die "UNESCO-Wochen"; für meine Kollegenoffenbar eine Institution, für mich etwas, von dem ich noch nie etwas gehört hatte. Überraschend war es aber doch nicht ganz: die Schulen hatten sich seit 1949 (als ich mein Abitur gemacht hatte) überhaupt nicht verändert. Die Prügelstrafe (sie war 1956 verboten worden) und die Koedukation (sie wurde erst viel später eingeführt) wurden heiß diskutiert. Von sich aus versuchten Schulen etwas Neues zu machen: Unterricht an einem Zentralthema von (möglichst) allen Fächern, wobei ein Fach - oft Deutsch, Kunst oder Musik - Zentralfach war. Solcher Projektunterricht galt als revolutionär, schlief aber meist nach wenigen Jahren wieder ein, meist wegen Themenmangel, Desinteresse des Kollegiums oder fehlende Unterstützung durch den Direktor, der bedeutende Macht hatte.

Tatsächlich wurden solche Schulversuche von außen auch kaum wahrgenommen; hier waren Schulen in kleineren Orten sogar besser dran als Großstadtschulen, weil sie in der Zeit vor dem Fernsehen und der motorisierten Bevölkerung durch ihre Konzerte, Schüleropern und Kunstausstellung Kulturträger waren.

Die UNESCO-Wochen paßten also in die Projekte dieser Zeit, unterschieden sich aber in einigen Punkten von ihnen. Sie waren zunächst einmal fachübergreifender Unterricht. Über ein Land, das von unserem möglichst verschieden sein sollte, wurde gearbeitet Großbritannien, Frankreich und die USA wurden nicht besprochen, dafür seien die Fremdsprachen zuständig (eine kühne Bestimmung, wenn man an die damalige Landeskunde denkt). Tatsächlich wurden bei uns in den Jahren der UNESCO-Wochen viele Länder behandelt, trotzdem gab es Schwerpunkte: Polen war einer sicher auch wegen vieler Lehrer, die aus Schlesien stammten (darunter der Direktor). Südafrika war wegen der schlimmer werdenden Apartheid interessant. Ein Kollege hatte dort länger unterrichtet. Indien wurde gern genommen, weil es exotisch war. Andere Länder, die vereinzelt gewählt wurden, waren Jugoslawien und Griechenland. Ich kann mich an kein afrikanisches oder lateinamerikanisches Land erinnern: die Dritte Welt lag noch weit fort.

In den 9. und 12. Klassen fand die UNESCO-Woche unter der Koordination des Klassenlehrers statt. Immer gefordert waren die Fächer Geschichte und Geographie, häufig Deutsch, wenn Literatur des Landes besprochen wurde. Manchmal gab es englische Texte (Südafrika, Indien); Kunst und Musik konnten nicht immer beitragen, waren aber besonders wertvoll. Als einmal Griechenland besprochen wurde, fühlte sich der Mathematik- und Physiklehrer angesprochen, der sonst seinen normalen Unterricht weiterführte. Eine gewisse Koordination zwischen Kollegen war nötig, um nicht zu ganz unterschiedlichen Resultaten zu kommen oder in mehreren Fächern das Gleiche zu sagen.

Schülerreferate, Skizzen, keine Handarbeiten (die Bismarckschule war eine reine Jungenschule), oder Bastelarbeiten (Werken gab es nicht) waren Beiträge der Schüler, bzw. hätten es sein können.

Am Schluß mußten von den Fachlehrern Berichte geschrieben werden, die von den Klassenlehrern (zusammen mit den Schülerreferaten) dem Schulleiter gegeben und von ihm an die UNESCO-Kommission in Bonn geschickt wurden. Die Autorität des Schulleiters genügte, um die Sammlung zu garantieren. Von Beginn des Schuljahres (Ostern) bis zu den Sommerferien war überdies auch eine ruhige Zeit im Schuljahr. Die deutsche UNESCO-Kommission, so hieß es, würde aus den modellhaften Unterrichtsberichten Vorschläge für die "gewöhnlichen" Schulen machen. Aus dieser Idee heraus kam der Name "UNESCO-Modellschule", ein Name, den die Teilnehmer an den UNESCO-Schulen gern loswerden wollten, denn Modelle sind sie keineswegs mehr.

Es fiel den Modellschulen schon seit einiger Zeit auf, daß die Rückmeldungen der Kommission ausblieben und dann die Beziehungen immer spärlicher wurden, vor allem feststellbar, daß die Zusammenkünfte der Vertreter an den Schulen (wie 1962 an der Bismarckschule) aufhörten. Es war nicht recht einzusehen, warum Berichte zusammengestellt werden sollten, die anscheinend niemand las und dann, warum man den modellhaften Unterricht machen sollte, wenn sich niemand für das Modell interessierte.

Erst viel später wurde begriffen, daß uns die unruhigen 60er Jahre gepackt hatten: Die Autorität von Funktionsträgern konnten die Kollegen nicht mehr veranlassen, gemeinsame Projekte in einer bestimmten Zeit durchzuführen und noch viel weniger, hinterher Material zu sammeln und Berichte zu schreiben. Die Schüler waren (wahrscheinlich) nicht mehrzufrieden, daß ihnen Projekte vorgesetzt wurden und sie für diese nicht gewollten Themen auch noch Referate und weiteres Material zu sammeln hatten. Neue Fächer - das "neue" Fach Gemeinschaftskunde forderte sehr viel Kraft. (Zeitweise arbeiteten in ihm Geographie und Geschichtslehrer zusammen, wobei die frühere Zusammenarbeit in den Modellversuchen gut half.) Letztlich waren Schüler, in gewissem Maß auch die Lehrer, viel mehr mit der Innenpolitik beschäftigt, als mit der Information über das Ausland. Demonstrationen waren in Mode gekommen, Vietnam und Chile waren in aller Munde, "Yankee go home" wurde auch an die Außenmauer der Bismarckschule gesprayd. Manchmal gaben Schüler insgeheim zu, daß "Vietnam und Chile so schön weit weg seien und man sich da so schön einig sein konnte."

Die deutsche UNESCO-Kommission war auch sehr schweigsam geworden. Wir bekamen (weil wir in der Liste standen) eine Rund¬schrift, den UNESCO-Kurier, der wir aber nichts Wichtiges entnehmen konnten. Der Liste verdankten wir wohl auch Briefe aus ausländischen Schulen, die "eine Diskussion über den Frieden" oder einen Briefwechsel anregten. Manchmal kamen sie aus Polen, schliefen schnell von der polnischen Seite ein, vielleicht aus politischen Gründen. Briefwechsel, eigenartiger Weise fast nur mit Südkorea, kamen nie in Gang: unsere Schüler waren nicht interessiert, sich mit Koreanern auf Englisch zu schreiben. Es war auch zu fragen, ob die Sprache viel mit dem zu tun hatte, was bei uns unterrichtet wurde. Auch das Ministerium hatte uns nicht ganz vergessen, und so bekamen wir manchmal offizielle Besucher, die in Niedersachsen eine richtige Schulen sehen wollten. Der höchstrangige Besuch waren einmal die Kultusminister der vier Länder Südafrikas, die sich von uns den Schulaufbau erklären ließen und dann noch die eine oder andere Englischstunde anhörten. Das Wort Apartheid fiel natürlich nicht, und auch die Herren waren sehr höflich und erklärten sich höchst beeindruckt von unseren Leistungen. Munter ging es zu, als - es war wohl 1967 - das BBC-West einen Film über Hannover machte (und der NDR-Niedersachsen einen über Bristol) und sie auf die grandiose Idee kamen, eine Unterrichtsstunde der Klasse 6 über "The House of Hanover" haben wollten. Zwischendurch konnten sie nämlich immer die schönen englischen Könige aus dem Historischen Museum dazwischenblenden. Aus einer Doppelstunde wurden drei Minuten, in denen wir zu sehen waren. Es war die einzige Unterrichtsstunde über dieses Thema in Klasse 6, aber sie wirkte doch recht echt, war lebendig, und Engländer, die den Film gesehen hatten, sagten, sie hätten sich wirklich davon überzeugt, daß so kleine Schüler (11 Jahre) richtig Englisch sprechen könnten.

Die Bismarckschule hatte sich schon zu Dr. Portzeks Zeit als sehr weltoffen gezeigt und führte Frankreichfahrten durch. Im Rahmen der Städtepartnerschaft mit Perpignan (Frage: welche Stadt in Frankreich liegt am weitesten von Hannover entfernt) gab es auch Studienfahrten dorthin. Eigentlich sollte es wohl ein Schüleraustausch werden, aber die französischen Bestimmungen machten das unmöglich: der begleitende Lehrer mußte seine Schüler Tag und Nacht unter seiner Aufsicht haben, so daß eine Unterbringung nicht möglich war. 1964 fuhr ich mit einer Abiturklasse nach Perpignan. Durch das deutsch-französische Jugendwerk wurden wir finanziell üppig unterstützt; in Perpignan hatte niemand recht Lust, weiterzumachen. Der Bürgermeister hatte keine Zeit, uns zu empfangen - er war sowieso als Abgeordneter immer in Paris. Wir wurden - in den französischen Schulferien - in einer Schule untergebracht, zunächst ein bißchen schmuddelig mit sanitären Anlagen, die nicht auf einen längeren Aufenthalt eingerichtet war. Die Verpflegung war sehr gut mit reichlich Wein zu den Mahlzeiten. Der Direktor konnte uns nicht empfangen, weil er in der Weinernte war, Lehrer und Schüler bekamen wir nicht zu sehen (außerdem M. le econome, einem schmächtigen Herrn, der sich durchfutterte, als Ansprechpartner gedacht, aber nicht in der Lage war etwas zu ändern). Da wir (s.o.) geldlich gut gestellt waren, machten wir wunderbare Fahrten in höchst interessante Umgebung von Perpignan, den Pyrenäen und der Costa Brava, die damals noch nicht zugebaut waren.

Damit Schüler überhaupt französisch sprachen, schickten wir sie an den Strand, wo es nette französische Mädchen gab. Abends sollten sie in die Kneipen gehen und alten Herren auf "la guerre" ansprechen (wenn ihnen nichts besseres einfiel), gemeinsam hörten wir die Radionachrichten, die dann vom Lehrer abgefragt wurden. Insgesamt war die Studienfahrt wohl doch ein Erfolg, wenn auch sehr improvisiert. Das Niedersächsische Ministerium sah das nicht so, wir hätten uns wohl nicht engagiert (schrieben sie tadelnd - ich antwortete, die Kontakte hätten vom Ministerium nach Paris geknüpft werden müssen, was unsere Korrespondenz beendete).

Auch die Bismarckschule war nicht ganz glücklich. Ich hatte mit dieser Klasse schon ein Jahr zuvor eine Studienfahrt gemacht, aber wir lebten zwischen den Direktoren Kolde und Schröder in einem Interregnum, da war das übersehen worden. Ich war noch recht jung und daher dumm, wußte, daß man uns die Fahrt nicht mehr nehmen konnte und überzeugte mit meiner Naivität.

Fahrten solcher Art hatten viele Schwierigkeiten für den Organisator, auch, weil sie verwaltungsmäßig noch nicht im Griff waren. Es ist aber nicht überraschend, daß dies die letzte Fahrt nach Perpignan war.

Studienfahrten sind heute nicht mehr so aufregend wie damals, und auch damals wurde gefragt, was es mit UNESCO zu tun hatte. Diese Frage wurde und wird hämisch immer wieder gestellt. Die Antwort wird dadurch erschwert, daß die Definition einer UNESCO-Schule sagt, es sei eine ganz normale Schule. Was also als Aktivität von UNESCO-Schulen gemacht wird, kann auch von jeder anderen Schule getan werden - und wird es auch oft. Noch heut bewerben sich Schulen um die Anerkennung als UNESCO-Schule und weisen Erstaunliches vor, was im Kontakt mit fremden Schulen, heute oft mit der dritten Welt, bereits getan ist. Andererseits bleiben manche Schulen recht schweigsam, wenn sie gebeten werden, mitzuteilen, was sie in einem Jahr getan haben. Bisher ist es auch noch nie vorgekommen, daß Schulen der Status einer UNESCO-Schule genommen wurde. Und es ist auch vorgekommen, daß solche Schulen plötzlich wieder etwas getan haben, wenn ein neuer Schulleiter, ein aktiver Kollege oder sonstige Gründe das Wiederaufleben hervorrufen, manchmal aber auch nur für kurze Zeit. Immer gab es die Hoffnung, daß das Etikett UNESCO der Schule einen größeren Freiraum gegenüber der vorgesetzten Behörde gab. Das ging - bei uns wie anderswo - nur manchmal gut: eng ausgelegte oder falsch verstandene Erlasse oder Verfügungen waren oft stärker als die feine Visitenkarte UNESCO, und schon kam die Frage, was wir denn täten, das in anderen Schulen nicht auch geleistet würde...

Neben den schon beschriebenen und eher zufälligen Veranstaltungen bemühten wir uns um Schüleraustausche. Sie werden in besonderen Beiträgen beschrieben und deshalb hier nur kurz erwähnt. Sieht man die eher exotischen Ziele heute an, so fällt auf, wie sehr wir bei unseren Nachbarn blieben: Großbritannien, Frankreich, Niederlande. Selbst das wäre später schwierig gewesen, denn sie sollten nur mit Ländern durchgeführt werden, deren Sprache an der Schule unterrichtet wäre. Polen, die Türkei, Finnland wären danach nicht "zulässig" gewesen (eine Schule sollte ihren Austausch mit Israel abbrechen, weil an der Schule nicht Hebräisch unterrichtet werde(!)).

Nach einer Reihe von Jahren, in denen die Schüler nicht den Eindruck von UNESCO hatten (es gelang nicht, sie zu überzeugen, daß Schüleraustausch damit zu tun habe), erhielten wir unerwartet Besuch aus Bonn: ein neuer Generalsekretär wollte herausfinden, ob der Gedanke noch zu aktivieren war. In der Hauptsache führte er zwei Neuerungen an, die vielleicht etwas bescheiden aussehen mochten.

Einmal trafen sich die Leber, die UNESCO an ihrer Schule betreuten jährlich und sprachen ihre Unternehmungen und Erfahrungen durch. Dann wurde ein Thema vorgeschlagen, an dem während eines Jahres fachübergreifend gearbeitet werden konnte. Freiwilligkeit war richtig, wenn die Arbeit gute Texte erbrachte, wurden diese gedruckt. Die Themen veränderten sich entsprechend den Problemen, die uns beweg ten: "Leben in einer Großstadt", "Ausländer in unserer Stadt", "Moslemische Mitbürger", "Wie werden wir im Jahr 2000 leben" usw. Dabei waren die klassischen UNESCO-Fächer gefragt: Erdkunde, Kunst, Religion, Musik. Neu hinzugetreten und Zentralfach war Gemeinschaftskunde (die es in den 60er Jahren noch gar nicht gegeben hatte), fast verschwunden waren Geschichte und Deutsch (Literatur).

Problematisch war die Freiwilligkeit, denn viele Kollegen fanden, daß die Kursforderungen und die Abituranforderungen Extrawünsche nicht zuließen. Einige fanden aber gerade hier den vermißten Freiraum. So fand ich selbst die Möglichkeit, ungewöhnliche Kursthemen in Geschichte zu behandeln wie "die Geschichte der Türkei" oder "Ostasien im 20. Jahrhundert".

Diese Themen richteten sich fast nur an die Kollegstufe, so daß die Schüler von Klasse 7 bis 10 (oder I I) weiter ausgeschlossen blieben. Und die Naturwissenschaften fühlten sich nicht angesprochen, bis - erst vor einigen Jahren - Umweltfragen in den Vordergrund traten.

Immerhin gab es Themen, die von uns gut oder umfassend behandelt wurden: "Ausländer in unserer Stadt" wurde abgedruckt, für "Ausländer in unserer Stadt" entstand eine Reihe von Bilddokumenten (von der Foto AG). Ein Tutorium besuchte mit seiner Tutorin eine Grundschulklasse, erfand für sie märchenhafte Erzählungen (die von den Grundschülern verbessert und nachdem sie umgeschrieben waren, illustriert wurden). Natürlich war der Vertreter nie mit den Ergebnissen zufrieden, weil von den vielen guten Vorschlägen, die ich von der Jahrestagung mitbrachte, sich nur ganz selten einige verwirklichen ließen Ziel wäre dabei gewesen, möglichst vielen Schülern in fröhlicher Weise immer ins Gedächtnis zu rufen, daß wir eine UNESCO-Schule sind (und sich das lohnt), auch außerhalb der Schule Reklame zu machen; Schulen in anderen Ländern, etwa im Ostblock (den es noch gab) und in der Dritten Welt zu helfen, sei es auch nur mit Geldsammlungen, mit denen Weiteres begonnen werden konnte.

Im Vergleich mit anderen UNESCO-Schulen (bei dem es nicht oft zugunsten unserer Schule aussah), mußte man auch bedenken, daß UNESCO eine von vielen Aktivitäten ist, wogegen relativ neue Schulen UNESCO zu einem Zentralthema machen. Es wäre ja schön gewesen, wenn Fächern wie Sport oder Arbeitsgemeinschaften wie Theater zusammen mit der UNESCO-Arbeit etwas durchgeführt hätten. Gerade mit diesem Fach und dieser Arbeitsgemeinschaft haben wir das probiert, aber nicht alle Pläne ließen sich durchführen.

Die Krisis der UNESCO in den 80er Jahren hat den Schulen in ihrer Arbeit eigenartiger Weise genützt: es ging bei der ganz großen Politik um einen recht großmannssüchtigen Präsidenten in Paris (er ließ seine Amtszeit nicht verlängern); bedenklicher war ein Streit um die Freiheit der Medien: die Länder der Dritten Welt (also die Mehrheit) interpretierte das so, daß die Regierung frei seien, Nachrichten zu senden oder zu unterdrücken. Der Ostblock sah das ähnlich. Während die USA, Großbritannien und die Niederlande die UNESCO verließen, bekam die Bundesrepublik als Sprecher der westlichen Länder plötzlich größere Bedeutung. Da bei uns die UNESCO-Schulen viel aktiver waren als in vielen anderen Ländern, wurden sie jetzt von den Kultusministern der Bundesländer entdeckt und das Argument eingesehen, daß UNESCO-Arbeit nicht ehrenhalber als Hobby betrieben werden kann, sondern irgendwie honoriert werden muß, in Hessen (z.B.) durch beachtliche Geldzuwendungen, im armen Niedersachsen durch Entlastung für nachzuweisende Arbeit.

Ich habe diese letzt Phase nur noch in Ansätzen erlebt. Immerhin trafen sich die niedersächsischen Schulen und besprachen Pläne und Möglichkeiten. Der UNESCO-Club der Bismarckschule wurde nach einem solchen Tip gegründet. Der Austausch mit Ländern, deren Sprache bei uns nicht unterrichtet wird und die aus anderem Grund für uns wichtig sind, ist eine weitere Neuigkeit. Unser Austausch mit Polen erregte Aufsehen und erweiterte die Basis für weitere Kontakte. Das Thema "Islam" und "Naher Osten" beschäftigt uns seit Jahren und ist für die Schüler, die sich daran betätigen, sicher eine Hilfe, die jetzigen Probleme in diesem Raum besser zu verstehen. Der Plan, mit anderen niedersächsischen Schulen (oder auch sonst in der Bundesrepublik), die der UNESCO-Arbeit nahe stehen, auszutauschen, ist immer wieder angefaßt worden, hat aber noch keine Resultate gebracht. Überhaupt muß man sagen, daß viele Projekte gar nicht oder erst viel später durchzuführen sind, ohne daß man erkennen könnte, warum einige der besten Ideen untergehen und manchmal ganz unwahrscheinlich doch Wirklichkeit werden.

Was haben nun die Schüler der Bismarckschule davon, daß wir eine UNESCO-Schule sind? Nun, man kann nicht garantieren, daß Schüler merken, wo sie Vorteile haben - etwa durch engagierte und besser informierte Lehrer, als die das sonst schon sind; Behandlung von Themen Im Unterricht, die nicht überall behandelte werden aber den Unterricht interessanter machen. Immer einmal gibt es die Möglichkeit, etwa bei Projekten oder durch eigene Initiativen etwas in Gang zu bringen. Als Schüler wird man dann als aktiv bekannt, und eine Anfrage der UNESCO "haben sie interessierte Schüler für..." kann dann schnell beantwortet werden - und die Anfragen müssen oft sehr schnell beantwortet werden. Aber selbst, wer nicht solche Sondereinladungen bekommt (so viele gibt es nicht), kann sich bei der UNESCO, wie bei anderen Arbeitsgemeinschaften, die Schule von einer erfreulicheren Seite kennenlernen als nur im Unterricht: der kann allerdings langweilig sein, und man ist selbst schuld, wenn man die andere Seite nicht sieht.

Internationale Herausforderungen. Herausgegeben. von Lothar Nettelmann und Gerhard Voigt -
Hannover: UNESCO-Club für die UNESCO-Schule am Maschsee, Bismarckschule Hannover e.V. (An der Bismarckschule 5, Hannover) (Schriftenreihe des UNESCO-Clubs für die UNESCO-Schule am Maschsee, Bismarckschule Hannover e.V.)

Internetausgabe: 14.11.2011

 

 

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Gerhard Voigt, OStR i.R. - Kontakt vgl. Impressum (vgl. Seitennavigation)

bismarckschule.voigt@gmx.de

Bearbeitungsstand: 1992.

Letzte Bearbeitung: 14.11.2011

 

 

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Ab 2007 als Vorsitzender: Stefan Schulze-Brüggemann
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Bearbeitungsstand: 05.12.2011